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Jüdische Rundschau · 1906-10-11 · 19 (11.10.1906) · p. Seite 156

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
II.1906
Issue
19 (11.10.1906)
Date
1906-10-11
Page
Seite 156 (sequence 4)
Language
German
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156 LITERATURBLATT No. 19 dass der Gedanke an eine Beeinflussung nicht zurückzudrängen ist. Freilich wäre diese Aehnbchkeiit nur so zu verstehen, dass der Augsburger Bürger (also ein Nichtjude), der übrigens von Geburt ein Magdeburger war, tat- .sächlich einen abenteuerlichen Plan zur Wiederherstellung des Reiches Judäa gefasst haben mag. und zwar, indem er zuerst Schweden erobern will, um es als das geeignete politische Sprungbrett für die Erlangung' des jüdischen Palästina zu benutzen. Dann aber haben die anderen, die von seinem Vorhaben hörten, Erinnerungen an die Berichte .über die angebliche Judenverschwörung vom Jahre 1241 damit verbunden und die 40 grossen Pulverwagen der Krakauer Juden und die Salpeterkäufe der Prager Juden daraus gemacht. Dr. R. Schmidt berichtet über dieses Autogramm: Die Worte: Zeitung des Gefangenen zu Berlin usw. erscheinen als Registraturbemerkung und sind von einer Hand des XVI. Jahrhunderts geschrieben (vielleicht von dein Adressaten Dr. Vogler selbst?). Dieselbe Hand, die diese Registraturbemerkung schrieb, hat das Wort Windsheim, wie aus der Tinte deutlich erhellt, ausgestrichen. Dies Wort kann von derselben Hand geschrieben sein, der die Abschrift des Briefes von Sabinus gehört. Auf Seite IV unten befindet sich noch ein kleiner gelber Zettel aufgeklebt, der die gedruckten Worte trägt: Ex collectione Senatoris Dris Gwinner Francofurti ad Moen. Uns ist das Stück mit der Autographensammlung des Dr. Theod. Wagener zu Berlin überkommen. Sebastianus Theodoricus, von seiner Vaterstadt Windsheim in Franken Winshemius genannt, war Doktor der Philosophie und Medizin und Professor publicus zu Wittenberg. Er war der Schwiegersohn des Vitus Winshemius (Veit Ortei) und schrieb Quastines spaericas und observationes politicas. Sein Lehrer Joh. Ketzmann, in dessen Hause er sich aufhielt, als er unseren Brife an Dr. Vogler schrieb, ist der erste evangelische Rektor der Schule zu St. Lorenz in Nürnberg; derselbe starb 1542. Georg Vogler hat 1538'Auszüge aus etlichen jüngsten Reichshand־ lungen und Abschieden in Sachen der Religion und eines gemeinen, freien, christlichen Konzils, in deutscher Nation zu halten, herausgegeben. Philippus, an dessen Famulus Johannes der Brief des Sibinus gerichtet ist, ist ohne Zweifel Melachthon, dessen Schwiegersohn Sabinus war. Dieser letztere, der eigentlich Georg Schüler hiess, war , 1508 in Brandenburg geboren und von 1538—41 also in der Zeit, aus der dieser Brief stammt, Professor in Frankfurt a. O. Er ward, später Professor in Königsberg, lebte aber zuletzt wieder in Frankfurt, wo er 1560 starb. Ob in einer seiner historischen Schriften oder in den observationes politicae des Winshemius auf dieses Ereignis, Bezug genommen ist, vermag der Unterzeichnete nicht zu sagen, da diese Schriften ihm nicht Vorgelegen haben. Wir lassen jetzt das Dokument folgen: Cum iam Ma. Paulus huc ad praeceptorem meum Ketzmannum miserit epistolam quandarn germainicarn, famulo Philipp! ab eius genero Sabino ex Berlin scriptam, de coniuratione quadam irdeorum et recuperando regno et sacerdotio ipsorum, statui eam, quia te rerum novarum avidum

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