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Jüdische Rundschau · 1906-05-06 · 9 (6.5.1906) · p. Seite 67

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
II.1906
Issue
9 (6.5.1906)
Date
1906-05-06
Page
Seite 67 (sequence 3)
Language
German
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No. 9 LITERATURBLATT 6/ Vorteil von dieser neuen Errungenschaft der stamm- und religionsverwandten Juden haben und darin einen neuen Grund finden, sich mit den Juden zusammenzuschliessen, zu denen sie gemeinsame Interessen nicht minder, als die Geschichte und Abstammung hinweisen. Die Nationalbibliothek hat einen eminenten wirtschaftlichen, politisehen und praktischen Wert, wenn wir auch gerade im Hinblick auf solche Kulturinstitute gern in das Wort unseres grossen Stammesgenossen einstimmen: ״Der Mensch lebt nicht vom Brot allein!“ Man sammele überall für die Nationalbibliothek und man überlasse es der Bibliothekskommission, den Gebrauch für die Bibliothek von den Geschenken zu machen, diie die Sachverständigen in der Kommission für notwendig erkennen. Heinrich Loewe. Aufruf! Vor einem Jahrzehnt ist uns der Mann erstanden, der die uralte jüdische Sehnsucht verjüngt, der aus dem ungekannten Streben einer Sekte die geachtete Bewegung eines Volkes gemacht hat. Wir haben ihn in fremder Erde bestattet, aber wir vertrauen, dass einst der mütterliehe Boden seine Gebeine bewahren wird. Nur wenig ist uns heute in seinem Sinne zu leisten gegönnt, das Hoffen der Erfüllung nahe zu bringen. Aber es sind doch Bausteine, die wir Zusammentragen können für das Haus, das wir errichten wollen. Seit langem ist die Notwendigkeit erkannt, eine Büchersammlung zu schaffen, als nationales Eigentum für das Land unserer Zukunft. Diese wahrhafte Volksaufgabe, die bislang im wesentlichen auf den Schultern eines Mannes geruht hat, ist vom letzten Kongresse als eint Pflicht unserer Organisation anerkannt worden. An־ uns ist es, mit dieser Forderung Ernst zu machen. Es sage niemand, dass diese Sammlung zu den letzten Aufgaben unserer Bewegung gehöre. Soll sie das werden, v/as wir, brauchen, so wird sie nicht an einem Tage und nicht in einem Jahre geschaffen werden. Wir brauchen sie aber auch nicht für die Tage unserer Freiheit, nein, schon morgen und heute müssen wir an der Stätte unserer Väter einen nationalen Besitz an Bildungs- und Arbeitsmitteln haben, der dem geistigen Arbeiter zur Verfügung steht, soll nicht die Sehnsucht nach Erez Jisrael, die wir alle tragen,, für viele von uns ewig unerfüllbar bleiben. Was aber soll diese Sammlung umfassen? Sie soll ein Wahr- Zeichen werden für das höchste und letzte Ziel unseres Volkes, auf dem Grund abendländischer Bildung und jüdischer Kultur das aufzurichten, was uns in der Fremde versagt geblieben ist, weil es versagt bleiben musste, was nur auf dem eigenen Boden zukunftsicher bestehen wird. Nichts Menschliches ist uns fremd. So soll denn unsere Sammlung alles enthalten: alte und neue Autoren, hebräische und deutsche Werke, griechische Tragödien und französische Romane, italienische Gedichte und englische

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