Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- II.1906
- Issue
- 9 (6.5.1906)
- Date
- 1906-05-06
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Literaturblatt der Jüdischen Rundschau Beilage zu .Jüdische Rundschau' Jährg. XL No. 14/15 Q Herausgegeben von Dr. Heinrich £oeve. Q Redaktion: BERLIN ■N. W. 52, Melanchthonstrasse 4. No. 9. Berlin, 11. Nissan 5666 — 6. April 1906 Jahrg; 11 Für die Jüdische Nationalbibliothek Palästina ist gegenüber Amerika nur ein Land dler begrenzten Möglichkeiten. Schon die Möglichkeit ist ausgeschlossen, dass man die Not- Wendigkeit jüdischer Arbeit in Palästina zu würdigen versteht, wenn man nicht von der Konsequenz durchdrungen äst, die den jüdischen Nationalismus mit Palästina als unumstössliches Postulat verbindet. Wenn aber heute in Palästina noch die Möglichkeiten der Arbeit schon aus dem Grunde begrenzt sind, dass jedes andere Kapital leichter als jüdisches für fruchtbringende Palästinaarbeit zu haben ist, so ist doch schon letzt auf dem Gebiete der Kultur so unendlich viel in Palästina zu tun, dass di© ganze Tätigkeit des Jüdischen Volkes dort sich bereits jetzt ein breites Feld schaffen könnte. In diesen Blättern ist bereits des öfteren auseinandergesetzt worden, wie wichtig die Kulturarbeit und wie unentbehrlich eine grosse Bibliothek für die palästinische Kulturarbeit ist. Darum wurde die Gründung Josef Cliazanowiczs von jeher mit grossem Interesse betrachtet, galt es doch, ©ine jüdische Nationalbibliothek in Jerusalem zu gründen. Freilich darf man ohne Umschweife sagen, dass das Jüdische Volk dem Dr. Chasanowicz. nicht gehalten hat, was er sich! von ihm versprochen hat. Di© Bibliothek ist bis .letzt das Werk eines Mannes gebliebeln, und es ist die höchste Zeit, da5s das ganze Volk die Arbeit übernimmt, die. ein einziger Mann allein nicht mehr fortführen kann. Diese Ueberz׳eugung, die sich besonders nach dem siebenten Kongresse Bahn zu brechen beginnt, hat in Deutschland sehr viele ergriffen, und von allen Seiten ergehen Anfragen, was und wie man,etwas für die Bibliothek tun kann. Es ist hier nicht der Ort, zu wiederholen, dass dieselben drei, Dinge di© Grundlagen einer Bibliothek sein müssen, die auch zum Kriegführen unentbehrlich sind1: Geld, Geld und wiederum Geld. Es widerstrebt uns, in diesem Sinn© die Werbetrommel. zu schlagen; und wir glauben, dass dieser Hinweis genügt, um alle Freunde der Kulturbestrebungen in Palästina zu veranlassen von ihrem Ueberfluss und auch von ihrer Armut ihr Scherflein zur Bibliothek beizutragen. Wichtiger ist es uns, eine Anregung zu geben, was und wie man sammeln soll. Und da möchten wir einen Grundirrtum zurückweisen: Die Bibliothek soll keine Rabbinerseminar־ bibliothek und k©ine Bücherei! einer Lehranstalt für Wissenschaft des