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Jüdische Rundschau · 1906-03-09 · 7 (9.3.1906) · p. Seite 55

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
II.1906
Issue
7 (9.3.1906)
Date
1906-03-09
Page
Seite 55 (sequence 7)
Language
German
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No. 7 LITERATURBLATT 55 der Welt ihren Rang: und ihre Stellung einnehmen! Die Nachkommen der Makkabäer werden sich ihrer berühmten Vorfahren würdig erweisen!'“ (Fortsetzung folgt.) Notizen Ausgrabungen in Palästina. Der bekannte Palästinaforscher Professor Dr. Sellin aus Wien lässt es sich zurzeit angelegen sein, in Konstantinopel einen Ferman für Ausgrabungen auf dem Boden des alten Jericho zu erwirken. Je nach dem Ausfall seiner Bemühungen will er dann in diesem oder im nächsten Jahre an die neue Aufgabe herantreteu. Ueber die bisherigen Ergebnisse der Palästinaforschung berichtete Professor Sellin kürzlich in einem zu München gehaltenen Vortrage. Da in der Kölnischen Zeitung im November 1902 aus Sellins eigener Feder ein längerer Aufsatz über seine erstenörabungen im alten biblischen Taanach erschienen ist, so möge aus dem erwähnten Vortrage bloss einiges her■ vorgehoben werden, was jüngern Datums ist. Haben ja auch die Ausgrabungen auf dem Boden Palästinas erst in den letzten Jahren grössere Erfolge aufzuweisen gehabt. Zwar haben die Engländer schon 1867 und der Deutsche Palästina-Verein 1884 in Jerusalem zu graben begonnen. Aber obwohl die englischen Genieoffiziere ein Stück der davidisch-salomonischen Stadtmauer freilegten, entsprach das Ergebnis durchaus nicht den gehegten Erwartungen. Es erklärt sich das leicht, wenn man beriicksichtigt, dass der grösste Teil des alten Jerusalems auch heute von Häusern bedeckt ist oder zu mohammedanischen Heiligtümern gehört. Grössere Erfolge wurden erst erzielt, als sich die Engländer 1900 von Jerusalem ־weg den Ebenen, und zwar zunächst der südwestlichen, zuwandten, wo sie nach Durchforschung anderer Trümmerstätten seit 1902 mit der Ausgrabung des alten Gezer beschäftigt sind. Es wurde dabei eine Tafel mit baby- Ionischer Keilinschrift gefunden, die eine wesentliche Ergänzung der vielgenannten Tel Amarna-Briefe darstellt. In der Erwägung, dass das Gebiet des alten Israel kulturell höher gestanden hat als das Judas hat sich Sellin nördlich von Jerusalem die Megiddoebene ausgewählt, wo er seit 1902 mit der Aufdeckung des an der alten Karawanenstrasse von Baby- Ion nach Aegypten gelegenen Taanach beschäftigt gewesen ist. Der deutsche Palästina-Verein folgte Sellins Beispiel, indem er seit dem Früh- Jahr 1903 durch Dr. Schumacher Ausgrabungen auf dem Boden der alten Festung Megiddo veranstalten liess. Aus den erwähnten Ebenen ragen bis zur Höhe von 20 oder 30 Meter grüne Anhöhen empor, die sowohl äusserlich als auch bei der Durchforschung in ihrer innern Schichtung durchaus dem berühmten Hügel von Troja ähneln. Es sind das die Ueberreste der alten kanaanitischen und israelitischen Städte, deren heutige Namen bisweilen noch an die altbiblischen anklingen. In Taanach fand Sellin übereinander fünf Burgen, nämlich zwei kanaanitische, eine frühisraelitische, eine spätisraelitische und eine arabische. Von den ausschliesslich aus Lehm erbauten und durchweg sehr kleinen Privathäusern ist bloss der Fussboden erhalten, auf dem aber gelegentlich sehr interessante Dinge gefunden wurden. Kanaanitische und israelitische Bauwerke können sowohl nach der Verschiedenheit der Bauart als nach den allenthalben gefundenen Gefässscherben scharf von einander geschieden werden. Die kanaanitischen Vorgänger der Israeliten verwandten als Baumaterial polygonale, also nicht viereckig behauene Steine, die in der Weise etagenförmig gelegt wurden, dass die höheren Schichten gegenüber den untern

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