Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- II.1906
- Issue
- 6 (2.3.1906)
- Date
- 1906-03-02
- Page
- Seite 47 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 6 LITERATURBLATT 47 sehen und nicht des Klimas. Leber die ,westliche Wüste ist nichts Sicheres iestzustellen; die starke ■Versandung, die in der Gegend von Memphis gegen Ende des :dritten Jahrtausends einsetzt, hat vielleicht nur lokale Uv ■ "Sachen.■ 7 Hebräische Handschriften Eine Sammlung hebräische# Handschriften, die der 1904 ,verstorben ür. Levy, langjähriges Bürgerschaftsmitglied in Hamburg, hinterlassen hat. ist jetzt durch die bemühupgeh :des Herrn Senior Behrmann, des Direkxors der Stadtbibliothek Professor Dr. Robert M ü n z ei, und die Vermittelung des Buchhändlers S. Goldschmidt, hat jetzt der Hamburger Staat unter Mitwirkung des Herrn Moritz Warburg und der Averhoff-Stiftung diese Sammlung für Hamburg erworben, um sie der Stadtbibliothek einzuver!eiben. Die Levy’sche Sammlung besteht aus 179 hebräischen Hand- Schriften und ca. 1ÜU0 Druckwerken Hebräica und Judäica. Es liegt ein Katalog vor, der 190Ü von S. G o l d s c h m i d t bearbeitet wurde. — Ab ׳gesehen von den sehr wenigen Geschenken und Erwerbungen der neueren Zeit, stammen die: in der Stadtbibliothek :befindlichen 355 hebräischen Handschriften 44 . von Steinschneider 1878 beschrieben — von dem Verfasser der ״Bibliotheka hebraea”, dem Bibliothekar J. Christoph Wolf (gest. 1739),‘der: bie zum grössten Teil 1721 aus dem Nachlass des Pastors Unger in Herrenlturscliutz. erwarb. Diese Sammlungen enthalten u. a. an Ritualien wertvolle Exemplare. Seit jener Zeit (1731) hat die Hamlnirgcr Stadtbibliothek keinen namhaften Zuwachs an hebräischen Manuskripten und Druckschriften erhalten. Die im vorigen Jahrhundert z. Z. in Hamburg befindlichen berühmten Büchereien von David Oppenheimer und H. J. Michael wunderten 1829 und 1847 nach England. Hamburg vermochte nicht, sie zu halten. Der Sohn des jüdischen Levy ist der durch die Geschichte seines Namens bekannt gewordene christliche Professor L(evy) von Hai Le. Es hat sich kein jüdischer Reicher gefunden, diese hebräischen Handschriften dem hebräischen Volke zu erhalten. Tunnelbau in Jerusaltm Durch eine Reihe von Blättern ging eine Zuschrift über den ״Tunnelbau in Jerusalem“, der vor 20 Jahren durch Zufall von badenden Kindern entdeckt wurde. In dieser Mitteilung stand Richtiges mit Falschem gemischt. Neues enthielt sie nicht. Jetzt äusserst sich der der j ü dis c h eu Konfession nicht angehörige Prof. Karl Fuchs (Pressburg) in einet : Zuschrift an die ÖSTERREICHISCHE WOCHENSCHRIFT über die technische Seite des Tunnelbaues:; : i ״Der Tunnel von Jerusalem ist weder der einzige, noch der technisch merkwürdigste Tunnel jener fernen Zeiten. Für die Menschheit aber ist er der merkwürdigste, nicht nur weil er in der heiligen Stadt liegt, sondern vor Allem, weil er uns das älteste bisher bekannte althebräische Schrittdenkmal bewahrt hat, das auch mehrere bisher unbekannte Worte, technische Ausdrücke, enthält. Etwa 3000 Jahre vor Christus waren Tunnelbauten in der ganzen damaligen Kulturwelt modern. —-׳-. — Mit dem Tunnel von Jerusalem verhält es sich ganz anders, als mit den anderen Tunnels jener Zeit; es galt da weder Wasser abzuleiten, noch einen Verkehrsweg zu schaffen; der Tunnel bildet vielmehr nur einen Teil der W a s s e r 1 e i t u n g von Jerusalem, und die über den Tunnel schreiben, vergessen immer das Wichtigste : den Brunn e n s c h a c h t, der aus der Mitte der Stadt Jerusalem vertikal nach unten in den Tunnel hinunter führt; zu dem Wasser, das im Tunnel fliesst. Die Sache Verhält sich folgendermassenJerusalem liegt auf einer grossenBer gnarb e in der Gabel von zwei öden Tälern. Jerusalem hatte kein Wasser, das Wasser musste von ferne her oder von unten aus den beiden Tälern, also jedenfalls von aussen beschafft werden, und konnte daher