Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- II.1906
- Issue
- 1 (5.1.1906)
- Date
- 1906-01-05
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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5 No. 1 literaturblatt Dos Bäumeie Es schockelt11) dos Bäumel sich hin un zurick, — . Es wet nit zerbrochen — och, wos is dos Glick? Wos taug asa12) Leben in ebigen 13 Schreck? — Och, ejn Mol a Broch un genug, un an Eck!14) .... Abraham Reisen. (Ebenda.) Literaturbericht G ovanni Pico della Mirandola: .Ansgie wählte Schriften Ue b e r s e t z t und ein geleitet von Arthur Liiebert. Jena , und Leipzig: Eugen Diederichs 1905. 293 S. 8 °. Bür das Studium der hebräischen Sprache ist Pico della Mirandula von epochaler Bedeutung. Sein gründlicher Irrtum, durch das Studium der Kabbaläh die Juden dem Christentum züführen zu können, veramlasste den jungen Mann, s;ch miit der jüdischen, insbesondere der kabbalistischen Literatur eingehend zu beschäftigen. Hebräisch und jüdisch-aramäisch waren ihm hierzu notwendig, und so wurde er der Schüler von Jochanän Alemano und besonders von Elijjähu del Medigo. War dieser der Mystik und kabbalistischen Spekulationen durchaus abgeneigt und feindlich, so war ihr Jochanän um so ergebener. Wenn auch Pico viel mehr direkten Vorteil aus dem Verkehre mit Jochanän Alemano zog, so war die Belehrung durch Elijjähu del Med;go nicht minder wertvoll für die Entwickelung des hebräischen Studiums bei den Nichtjuden, das auf Pico zurückgeht. Bür ihn übersetzte Elijjähu mehrere hebräische Werke ins Lateinische. Johannes Reuchlin, dem wir die fruchtbare Entwicklung der hebräischen Studien bei den jüngeren Humanisten und — trotz Luthers Abneigung dagegen — bei den Jüngern der Reformatoren verdanken, empfing seine Liebe und seine besten Anregungen für das Studium der hebräischen Wissenschaft aus den Picoschen Schriften und dem kurzen persönlichen Verkehr mit dem Grafen. Ohne Pico della Mirandula wäre Reuchliln niemals zum wirklichen Studium des Hebräischen gekommen. Dass der sonst so nüchterne Reuchlin eine so grosse Verehrung für die Kabbaläh behalten konnte, ist nicht bloss auf den Umstand zurückzuführen, dass ihm dies© Philosoph:©rende Poesie eigentlich doch recht unbekannt blieb, sondern zu nicht geringem Teile auf den Umstand, dass sein direkter geistiger Vater Pico ist, so weit es seine hebräischen Studien betrifft. Er blieb sein ganzes Leben lang eiin begeisterter Verehrer des Wundergelehrten des jungen Italiens n der zweiten Hälfte des Quattrocento. Auch Reuchl'ins Studien, die uns seihe wertvollen Rudimenta bescherten, begannen mit einer Neigung zur Kabbäläh, der er 1494 eine seiner ersten Schriften, „De verbo mirifico“ widmete. Wenn Pico für die hebräische Wissenschaft keine andere Bedeutung gehabt hätte, als dass er Reuchlins Studien veranlasst hätte, so wäre dies genügend, um eine ernste Abhandlung uins zu empfehlen, die sich mit seinem Leben beschäftigt und ihn in einem Gesamt!1 ebensbilde unserer Zeit nahe bringen will. Das aber hat Arthur Liebert in der vorliegenden Schrift getan, :n der er ein-so farbenvolles Bild von dem Leben des grossen Gelehrten entwirft, dass man. durch dieses einen tiefen Blick verständnisvoll in das Treiben und Leben werdender und wachsender Humanistenzeit werfen kann. Pico ist ja gewisse rmassen die gelehrte Ergänzung zu Gutenbergs Genie und Savonarolas Glutaposteltum. Mit feinem Verständnis des Werdens in Picos Seele entwickelt Liebert die Grundgedanken der Pico’schen Philosophie, die in der sorgfält’gen Auswahl aus seinen Schriften als einhe. tliches Gebäude dargestellt wird, so weit bei einer eklektischen Philoir> schwankt, 12) ein solches, 1S) ewigen, 14) Aufhören.