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Jüdische Rundschau · 1905-12-22 · 20 (22.12.1905) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
I (1905)
Issue
20 (22.12.1905)
Date
1905-12-22
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Literaturblatt der Jüdischen Rundschau Beilage zu Q ״Jüdische Rundschau1 Jahrg.X. No. 51 Herausgegeben von Dr. Heinrich üocvc. (? Redaktion: BERLIN N. W. 52, Melanchthonstrasse 4. No. 20. Berlin, 24. Kislew 5666 — 22. Dezember 1905 Jahrg. Vorgeschichtliches vom Zionismus Erster Zeitabschnitt. (.Bis 1862.) Von Heinrich Loewe, (Fortsetzung.) Der Judenschmerz, der zuerst in Jeremias ewigen Klageliedern sich zur Melodie gestaltet, und der in Salomo ben Gabrio! seinen klassischen Vertreter im spanischen'Tixil gefunden hatte, wurde von anderen Dichtern besungen, als Byron und später Heinrich Heine keine Töne mehr für ihn fanden. L u d wi g W i hü, der Freund Heines, gegen den er später, oft nicht zu freundschaftlich, polemisierte, war einer dieser jungen Dichter, bei denen der Judenschmerz neuen Ausdruck fand. Seine westöstlichen Schwalben freilich flatterten, durch ein widriges buchhändlerisches Geschick getrieben, herum, ohne irgendwo sich niederlassen zu können. Die deutsche Ausgabe unterlag’ der Verfolgung des Buchhändlers durch die Behörden und die französische Uiebersetzung konnte sich noch weniger einbürgern, weil sie kein jüdisches Publikum fand und noch weniger Poesie zeigte,, als das deutsche Original. Aber der Grundton dieser Dichtungen macht sie für uns wichtig. Denn er beweist, wohin die. Sehnsucht zielte, die sich in Wihl nach Worten rang: ״Wo bleibt der Held, wo bleibt der Weise, Der dich von neuem Volk beliebt, Der dich ein Heiland ins Geleise Der Weltgeschichte wieder hebt? —“ Die junge Dichterschule, die mit der emporblühenden jüdischen Wissenschaft aufs innigste verschwistert war, lehnte sich an Leopold Zunz und seine Bestrebungen an, die am besten durch dessen inniges Verhältnis zu den Noaschen Bemühungen um einen Judenstaat in Amerika gekeuazeichnet werden können. Wie sich um Zunz und im Anschluss an ihn ein Kreis jüdischer Humanisten bildete, der von der Anerkennung der Wissen- Schaft des Judentums als ebenbürtiger Wissenschaft die Anerkennung des

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