Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- I (1905)
- Issue
- 17 (3.11.1905)
- Date
- 1905-11-03
- Page
- Seite 134 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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134 LITERATURBLATT No. 17' Adler, E 1 k a 11 Nathan: A b 0 u t Heb rew M a n u s c r i p t s. VIII and 177 p. Oxford, Henry F.rowde. 1905. Heilborn, Ernst: Das Tier Jehova h s. Ein kulturhistorischer Eassay. II und 110 S. Berlin, Georg Reimer. 1905. Lutfi, K- Omer, aus Lom a. Donau: Die völkerrechtliche Stellung Bulgariens und Ostrumeliens. Erlangen 1903: E. Tih. Jacob. (61 S.) 80°. Erlangen. Jur. Diss. v. 13. Jan. 1903. Der Ausschuss des Verbandes der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur hat, um vielfach an ihn herangetretenen Wünschen zu entsprechen, sich entschlossen, die! Reistauflage des Jahrbuches für Jüdische Geschichte und Literatur von 1899, 1902 und 1905 allen Rabbinern, Lehrern und Kantoren in Deutschland und Österreich zum Preise von 1 Mark pro Exemplar einschliesslich Porto, in den anderen Staaten zum gleichen Preise, exklusive Porto, zu überlassen. Bestellungen sind unter Beifügung des Betrages an Herrn B e n a s Levy, Berlin C. 2, P 0 s t s t r. 9, zu richten. Notizen Interessante Funde in der Wormser Synagoge Der KLEINEN PRESSE wird aus Worms geschrieben: Der um die Geschichte unserer israelitischen! Gemeinde verdiente Lehrer S. Rothschild hat dfse zuerst von dem im vorigen Jahre verstorbenen Vorstandsmitgliede der israelitischen Gemeinde Julius Goldsehmidt auf dem Speicher der Wormser Synagoge aufgedeckten Reste des alten Archivs, bestehend aus alten Gebetbüchern und׳ bedeutenden Schriftstücken, sowie einer Menge alter Wimpeln fortgesetzt. Rothschild gibt in der neuesten Nummer ׳der Monatsschrift des Wormser Altertumsve'reins ,,Vom Rhein” eine Schilderung der Funde. Von den oben erwähnten alten Wimpeln sagt er: ,,Es sind dies Streifen von Leinwand, die neben dem Namen und der Geburtszeit des neugeborenen Knaben auch den Namen d׳'e!s Vaters enthalten mit frommen Segenswünschen für das Wohl des Knaben. Diese Wimpeln, fest;ineinander verschlungen, bildeten fast einen unentwirrbaren Knäuel. Nachdem dieser entwirrt und durch ein gründliches Seifenbad gereinigt, waren diie Wimpeln wie neu geworden. Sie zu entziffern, schien schon deshalb geboten," weil sie gewissermassen die Standesamtsbücher der damaligen Zeit darstellen!und durch ihre Entcifferung eiin schätzbares Material für die Geschichte einzelner Familien gewonnen werden kann. Ausserdem gewähren diese Wimpeln eiinen Einblick in die Kunstfertigkeit im Weben, Stickein und Malen jener Zeit.“ Goldsahmidt hat im ganzen 443 Wimpeln entziffert, welche vom Jahre1570 ׳ bis 1840 reichen, während Rothschild in letzter Zeit 161 Nummern entzifferte, die den! Zeitraum von 1619 bis 1841 umliassen. Rothschild hebt als auffallend besonders die Leinwand hervor, die fast wie Seide aussehe und zeige, wie fein man in jener Zeit zu spinnen verstanden habe: auch die Farbein, die trotz der entschwundenen Jahrhunderte ihre frühere Frische noch besitzen, seien zu bewundern. Besonders auffallend sei! die Tatsache, dass die Stickarbeiten aus dem 17. Jahrhundert schöner ausgeführt seien als diejenigen aus späterer Zeit, die einen m'ehr schablonenhaften Charakter tragen. R. meint,, dies sei