Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- I (1905)
- Issue
- 17 (3.11.1905)
- Date
- 1905-11-03
- Page
- Seite 131 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 17 LITERATURBLATT 131 vorragenden Reproduktionen ein kleiner peinlicher Irrtum untergelauifen. Die Wiedergabe des Kaulbachschen Moses war gewiss erwünscht. Dass uns aber gerade nuir dlie Zerstörung Jerusalems geboten wird, ■in dem es keinen Moises in den Wolken gibt, der die Gesetzestafeln auf Vollk zerschmettert, dann aber auch eine von kleimtragenden־ Engeln behütete, sicher ausziehende fromme Christengemeinde, ist nur aus dem Grunde zu bedauern, weil der Kaulibachsche Moses sonst fehlt. Wer die grossen Kaulbachischen Wandgemälde kennt, erinnert sich gern der majestätischen Gestatt. Aber abgesehen von dem Bedauern, dieses Bild zu vermissen, ist auch hier dem neuen Werke uneingeschränktes Lob zu zollen!, sowohl was die Auswahl״ als was. die Wiedergäbe der Kunstwerke betrifft. Dem Jüdisehen. Verlage! äst nur zu empfehlen, auf dem hiermit einmal betretenen Wege fortzufahren. לוה אדן ׳שראל שמושי ופכותי לשנת התרס״ו ... נףוך ע״י. אברהם משה לונץ. שנה אחה עשרה. ׳תשלם. Literarischer Palästina-Almanach für das Jahr 5666—1905/1906. Herausg. von A. M. Luncz. Jahrg. 11. Jerusalem 1905. (Druck und Verlag des Herausg, (36,228,36 S.) 12. Für die hebräischen Freunde Palästinas ist der Lunczsche Palästina- Alma nach allmählich ein Bedürfnis geworden, dem siie alljährlich entgegenharren. Und pünktlich hat er sich wieder eingestellt, um mit seinem reichen■ Material an Nachrichten über Palästina, mit seinen Wissenschaftliehen Aufsätzen und seinem vorzüglichen Kalendarium sich wieder neue Freunde zu erwerben. Der Herausgeber des Kalenders selbst ist natürlich wie immer obenan, mit seinen Beiträgen und da nicht nur durch die Zahl. Neben ihm sei erwähnt Israel Goldfarb. Ch, M. Michlin und Bentäuwim, der über die Palästinafahrt berichtet, die während des letzten Jahres stattgefunden hat, die vom Zentralfahrkartenbüro der ungarischen Bahnen inszeniert worden war. Mit besonderem Vergnügen haben wir Gold!- farbs kleine1 reizende Skizze über Tiberias und den Titferiassee gelesen. Jeder Freund Palästinas wird mit Freuden, den Almanach erwerben, dessen Nachrichten über die jüdischen Kolonien sehr übersichtlich ~uhcl reichlich zusammengestellt sind. (M a‘a r abi.) Dr Jakob Horowitz: Babel und Bibel. Randglossen zu den, beiden Vorträgen Friedrich Delitzschs. Frankfurt am Main: J. Kauffmann 1904. 45 S. 8. Mark 1,—. (Beilage zum Bericht der Israelischen Religio nsschule, Frankfurt a. M.) Horowitz bemüht sich in leidenschaftsloser Weise dem Geiste, den Delitzsch in seinen bekannten Vorträgen vertritt, entgegemzutreten. Mit grossem Geschick hat er sich dieser Aufgabe entledigt, die um so schwieriger ist, als auf assyniiologis,ehern! Gebiete hier doch der Laie dem Gelehrten gegenübersteht. Die drei! Fragen, die Horowitz mit Recht als die springenden Punkte herausg'egriMfem hat, den Monotheismus, die Gerechtigkeit als das Gesiatzesprinzip Hämmurabiis und die Sabbatfeier sind eingehend behandelt worden. Die ganze Schrift ist in ruhigem., würdigem Ton mit viel Material fleissig zusammengiestellt, kommt aber nicht über die Höhe einer besseren populärwissenschaftlichen - Dar- Stellung hinaus. Freilich hat bereits Delitzsch diesem Schritt ins Populär-