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Jüdische Rundschau · 1905-10-20 · 16 (20.10.1905) · p. Seite 126

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
I (1905)
Issue
16 (20.10.1905)
Date
1905-10-20
Page
Seite 126 (sequence 6)
Language
German
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126 LITERATURBLATT No. 16 brücken. Kriegserklärung. Kriegsgericht. Kriegsrecht u. a. zu nennen sind. Eine sehr anschaulicihe Darstellung der Küstensichernng durch Leuchttürme usw. gibt eine besondere Karte, die neuen Kreuzertypen der Kriegsflotten sind auf einer Tafel vereinigt, d'ie ״Entwickelung der Kriegsmaschinen im Altertum und Mittelalter” hat nicht nur militärisches, sondern auch volkshistorisches Interesse. Dass die Technik ebensowenig wie die Natur- Wissenschaften, die Literatur ׳ebensowenig wie die Kunst• benachteiligt sind, ist bei dem gründlichen Charakter des grossen MeVer selbstverstündlich. Heute galt es nur, einige Streiflichter auf einzelne Wissensgebiete zu werfen. Die treffliche Illustrierung — der Bund hat 70 Tafeln und Karten, darunter 21 neue — und der gediegene Text sichern audh diesem Band wieder vollen Erfolg und gewinnen ihm immer mehr treue Freunde. Völkerkunde, Bibel und Christentum. Von Dr. Friedrich Maurer. Teil I.: Völkerkundliches aus dem Alten Testament. Leipzig: A. Deichert (Georg Böhme) 1905, (VII, 254 S.) 8. Eine wissenschaftlich exakte Arbeit liegt vor uns, die um so mehr Beachtung beansprucht, als sie von keinem züniftigen Bibelforscher, sondern von einem Aussenstehenden verfasst wurde. In klarer, Übersichtlicher Weise wird vom Gesichtspunkte der allgemeinen Völkerkunde das einschlägige Material des hebräischen Altertums zur Darstellung gebracht und in so leidenschaftsloser Weise erörtert, dass auch׳ der konservativste, dessen Offenbarungsstandpunkt der ganzen Entwicklungsgechichte alttestamentlichen Lebens entgegenstellt nur mit Vorteil und Genuss'das ausgezeichnete Buch zur Hand nehmen wird׳. Dabei freilich werden nicht nur diese, sondern auch die Anhänger wirklicher historischer Forschung, die nicht unter dem Einfluss des Graff-Wellhausenschen Dogmas stehen, in vielen Einzelheiten Einwendungen zu machen haben, ohne dass׳ aber dem Gesamtaufhaiu des Buches dadurch Abbruch geschähe. Nach einer kurzen Einleitung über Kanaan und seine Ureinwohner; sowie über die Israeliten folgt das Material iin drei .grossen Abschnitten: 1. Die Familie, ('(gegliedert nach Lebensführung, Kult und Recht); 2. Staatliches׳ Leben; 3. Geistiges Leben. De! Schluss: ״Israels Bedeutung liegt auf religiösem Gebiete,” ist trotz allem sonstigen feinen Verständnis des Autors ein Fehlschluss, weil er die grosse Bedeutung des Mosaismus schief sieht und schief sehen muss, weil er durch eine Brille blilckt, die durch die geschichtliche Entwicklung der christlichen Aera getrübt ist. Wenn der Verfasser die prophetischen Reden von dem gesalbten (d. h. königlichen) Befreier weniger im Sinne; seiner theologischen Lehrer gejesen hätten, so wäre er der geeignete Mann gewesen, die! grossen politischen und Staatsideen der Neb'iüm zu erfassen, die sehr .mit Unrecht als Propheten, als Wahrsager übersetzt werden. Die Bedeutung des jüdischen, oder in diesem Sinne des israelitischen Volkes ist seine ״Gerechtigkeit”, seine Staatsgerechtigkeiit. die den eisten sozialen Staat geschaffen hat, der in seiner Grundverfassung nicht die Herrschaft eines Standes wie in Lykuigs Soldatenstaat sondern die Gleichheit des ganzen Volkes zur ethischen Grundlage eines Staates machte, in ׳dem niemand verarmen durfte ode!r konnte. Hätte Maurer mehr die jüdisch-israelitischen Bauerngemeinden, weniger den israelitisch-hebräischen Beduinen im Auge gehabt ihm wäre das nicht entgangen. In dem dänkenswerten Lteraturverzeichnis —- keine Bibliographie, sondern Verzeichnis der benutzten Bücher — vermissen wir Namen Wie Graetz und Reuss. Bibel. Hebräische, 1891 ist eine etwas zu summarische Art des Zitierens. Dazu wird denn doch etwas zu häufig gedruckt. Trotz der ausserordentlieh fleissjgen Arbeit vermissen wir die Benutzung vieler Werke, die von Wichtigkeit für das Thema wären. Und doch täten wir Unrecht, wenn wir einer so vortrefflichen Arbeit gegenüber Einzelheiten hervorkehren würden, um unsere abweichende Meinung zu zeigen. Wir;können das gedlcgene Buch nur angelegentlichst empfehlen. Eljäqim

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