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Jüdische Rundschau · 1905-10-20 · 16 (20.10.1905) · p. Seite 124

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
I (1905)
Issue
16 (20.10.1905)
Date
1905-10-20
Page
Seite 124 (sequence 4)
Language
German
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No.' 16 124__ LITER ATURBLATT Meisterwerke jüdischer Lyrik schuf, die aber seiner ganzen Haltlosigkeit entsprechend unvollendet blieben. Seinem Rabbi von Bacharach, der dieses Schicksal teilt, schickte er eine kleine poetische Widmung voran, die ganz in dem Tone tiefsten Leides gehalten, zu dem schwermütigsten gehört, was in neuerer Zeit der nationale Judenschmerz geschaffen hat: Brich aus ■in laute Klagen, du düsteres Märtyrerlied, Das ich so lang getragen im flammenstillen Gemüt! Es dringt in alle Ohren, und durch die Ohren ins Herz; Ich habe gewaltig beschworen, dien tausendjährigen Schmerz. Es weinen die Grossen und Kleinen, sogar die kalten Herrn, Die Frauen und Blumen weinen, es weinen am Himmel die Stern. Und alle die׳ Tränen fliessen nach Süden im stillen Verein, Sie fliessen und ergiessen sich all’ in den Jordan hinein. (Heinrich Heine.) (Fortsetzung folgt.) Literaturbericht Rothschild oder Morgan? Eilte unparteiische Studie über ideale und praktische;Rassenveranlagung, sowie über die modernen Wissenschaftliehen Machtverhältnisse. Von G. A. Friese. Verlag von Gustav Vogt,, Leipzig. Preis Mk. 0,80. Friese verweist. darauf, dass bei Beurteilung aller Kulturverhältnisse die Rassenfrage entscheidet, dass nicht Milieu, Bodenreichtum. Klima die Destimmenden Elemente für das Emporkommen eines Volkes sind, sondern die Rassenveranlagung allein ausschlaggebend ist. Die Rasseneigentümlichkeit sei bedingt durch die jeweilige Organisation des menschlichen Gehirns: Friese teilt die Kulturvölker in zwei grosse Kulturgruppen ein, in Völker mit idealer und solcher mit praktischer Rassenveranlagung. Die erste werde vor allem durch die Arier, die letztere durch die Semiten repräsentiert. Die gegensätzliche Rassenveranlagung bestimmt die geschichtliche Entwicklung heute noch mehr als früher. Bis in die neueste Zeit wurden die Machtstellungen der Völker durch Waffengewalt errungen und behauptet, heute ist das Prinzip djer wirtschaftlichen Macht ausschlaggebend, die sich auf Arbeit, Fleiss und Intelligenz stützt und sich in ,ihrer ausgesprochensten Form in der Grossindustrie, dem Welthandel offenbart. Unter den ideal1 veranlagten! Völkern stellt Friese die Deutschen an die Spitze, aber der 30jährige Krieg hatte die kulturelle Entwicklung Deutschlands vernichtet, die, Juden waren ld‘as praktische Ferment, um die grossen Massen in Gährung zu versetzen und ihre Instinkte in praktische Bahnen zu lenken. Die praktische Rassenveranlagung der Juden befähigte sie. die Trä~ gef einer gesunden wirtschaftlichen Entwciklung zu werden, sie waren für die wirtschaftliche Notwendigkeit. Die Lebensfähigkeit und Energie der jüdischen Rasse ist beispiellos in der Weltgeschichte, und Friese sieht allein in anthropologischen Gründen, in aer Reinerhaltung der Rasse, die Erklärung dafür.

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