Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- I (1905)
- Issue
- 16 (20.10.1905)
- Date
- 1905-10-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Literaturblatt der Jüdischen Rundschau Beilage zu ״Jüdische Rundschau“ Jahrg. X. No. 42 9 Herausgegeben von Dr. Heinrich £om, Q Redaktion: BERLIN N.W. 52, Melanchthonstrasse 4. No. 16. Berlin, den 21. Tischri 5666 — 20. Oktober 1905 Jahrg. 1. Vorgeschichtliches vom Zionismus Erster Zeitabschnitt. (Bis 1862.) Von Heinrich Loewe. (Fortsetzung.) Diese politischen Regungen zur Gründung eines Judenstaates und zur Wiederherstellung des Jüdischen Volkes im alten Lande seiner Väter wurden begleitet und zum grossen Teile vorbereitet von!einer andern mäehtigen Bewegung in der Judenheit, insbesondere׳ der deutschen Judenschaft, die dieser jüdischen Renaissancebewegung als Sahwester einen jüd;ischer. Humanismus beigesellte. Wissenschaft und Dichtung in jüdischem Sinne und auf jüdischem Gebiete gingen neben dieser ersten politischen Regung zur Herstellung einer politisch-jüdischen Bewegung dauernd nebenher und waren in den ersten Jahrzehnten noch bei weitem das lieber- Wiegende. Als Leopold Zunz, der als Anhänger der Hegelschen Geschichts- Philosophie zum Nationaljuden prädestiniert war, zusammen mit Eduard Gans, der damals noch nicht getauft war, und Moses Moser im Jahre 1819 den Verein für Kultur und Wissenschaft der Juden in Berlin gründete, da war diese Gründung eine in eminentem Sinne nationaljüdische, wenn auch das Wort national keineswegs genannt wurde. Daher war es ganz folgerichtig, dass sie im Jahre 1825, als Mordechai Manuel Noahs Aufruf an die Judenheit erging, einen Judenstaat zu gründen, mit ihm in enge Fühlung traten, seine deutschen Vertrauensleute wurden und ihn zum Ehrenmitgliede ihres Vereins ernannten, eine Ehre, die sie sonst keinem andern zuteil werden Hessen. Aber schon vor ihnen waren Lieder erklungen, die wohl d'azu angetan waren, die jüdische Seele zu rühren und sie ihres Heimes gedenken zu lassen, dem sie nun beinahe zwei Jahrtausende entrissen waren. Und wie der erste Weckruf der neuen Zeit zur Wiederherstellung Jerusalems von nicht jüdischer Seite ausgegangen war, so war es auch ein nichtjüd'ischer Sänger, der zum ersten Male wieder d'ie Seiten der Zionsharfe berührte. George Noel Gordon Byron, der hochgemute Brite, der den