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Jüdische Rundschau · 1905-09-15 · 13 (15.9.1905) · p. Seite 98

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
I (1905)
Issue
13 (15.9.1905)
Date
1905-09-15
Page
Seite 98 (sequence 2)
Language
German
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98 No. 13 L ITER A TURBLA TT Vorgeschichtliches vom Zionismus Erster Zeitabschnitt. (Bis 1862.) Von Heinrich L 0 e w e. (Fortsetzung.) Mut so grossem Pomp und übertriebener Feierlichkeit der Noahsohe .Judenstaat unternommen wurde, so erfolglos ist diese Gründung geblieben.. Schon nach einem Jahre war in Buffalo nichts mehr vom Ararat vorhanden. Zwar hat Noah seine Bestrebungen keineswegs aufgegebem und am allerwenigsten wegen der Proteste des Präsidenten des Pariser Zentral-Konsistoriums Abraham de Cologna oder der Londoner Chiefrabbis Herschell und MeJidola. Ihm wurden all die Einwendungen gemacht,!die auch dem modernen politischen Zionismus zu teil werden, wie; auch andererseits ein grosser Teil׳ der vom Zionismus neu geschaffenen Einrichtungen vorbildlich schon von Noah geplant wurden. Aber das Jüdische Volk war in seiner ganz gewaltigen Majorität politisch viel zu unreif, als dass an irgend einen Erfolg hätte gedacht werden können. Vielleicht war es auch ein Hauptfehler des Noahschen Planes, dass er seinen Judenstaat ohne Rücksicht auf die romantischen Gefühle der Nation lediglich von dem Standpunkte der geringsten örtlichen Schwierigkeiten aus wählte. Denn seit der Zeit der Propheten sind die Blicke der jüdischen Nation unverwandt nach Zion gerichtet. So hat denn auch fast gleichzeitig mit Noah der jüdische Philosoph׳ Salvador die Wiederbelebung des Jüdischen Volkes in eilnem eigenen Lande propagiert,, im Gegensatz zu ihm aber ausschliesslich Palästina in Aussicht genommen. Er vertrat die Meinung, dass es ein leichtes sein müsse, durch den Willensakt eines europäischen Kongresses, Palästina für das Jüdische Volk zu erhalten.. Von geringer Bedeutung ist es, wird aber immerhin eine interessante Erscheinung bleiben, dass Professor Dr. Moritz Steinschneider als Student (1835—1836) in Prag, einen kleinen Studeintenverein leitete, dessen hauptsächlichste Mitglieder ausser ihm, der Mediziner Abraham B e n i s c h und der spätere Sekretär des Anglo-Jewish Association Albert Löwy waren. Der Verein bezweckte die Wiederherstellung eines jüdischen Staates i!n Palästina. Wie sich später Löwy und Benisch; zu der .von ihnen begeistert verkündeten Idee gestellt haben, weiss ich nicht. Stein- Schneider ist bekanntlich einer der erbittertsten Gegner des Zionismus und hat niemals aus seiner Feindschaft gegen dlie von ihm vor vielen Jahren: verfochtene Idee einen Hehl gemacht. Er betrachtet den Palästinaverein, dessen Vorsteher er war, als eine unangenehme Episode, an die er nicht erinnert sein will. Der Steinschneidersche Prager Studentenverein scheint aber ausser jedem Zusammenhänge mit anderen Judenstaatsbestrebungen jener Zelt gestanden zu haben und1 blieb auch ohne jede Bedeutung. Das Ende der dreissiger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts brachte einen grossen Aufschwung der national-jüdischen Bestrebungen, besonders soweit sie auf Palästina gerichtet waren. Es ist die Zeit im der Moses.

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