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Jüdische Rundschau · 1905-09-01 · 11 (1.9.1905) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
I (1905)
Issue
11 (1.9.1905)
Date
1905-09-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Literaturblatt der Jüdischen Rundschau Beilage zu „Jüdische Rundschau“ Jahrg. X No. 35 Q Herausgegeben von Q Br. Heinrich £oeve. Redaktion: BERLIN NW. 52, Melanchthonstrasse 4. No. 11. Berlin, den 1. Ellul 5665 — 1. September 1905 Jahrg. 1. Über das Wesen des, Judentums Bücherbesprechungen, von Elias Auerbach. II. (Fortsetzung). Mvt Recht behandelt Bäck in einem Buche, das dem Wesen des Judentums gewidmet ist, auch das wunderbare Phänomen der Erhaltung des Judentums. Und hier zeigen sich besonders deutlich dd'e Vorzüge und che Schwächen seiner Darstellung. Er erkennt rnii.t scharfem Blick als Ursache dieser Erhaltung, was auch uns das Wesentliche zu sein -scheint: Den „Zaun um das Gesetz“, die Zeremonialsatzurngen, die ein spezifisch jüdisches Milieu geschaffen haben, das durch den Halt in sich selbst und den Gegensatz zur Mitwelt die jüdische Gemeinschaft vor der Angleichung und Auflösung bewahrt hat. Und so bekennt er sich zu einer freien Auffassung der Satzungen, die ihm mit Recht nicht ein Ding an sich, sondern ein Mittel zum Zweck sind. „Sie dienen . . . nicht der religiösen Idee selber, sondern vorerst dem Schutze, dessen die'se bedarf, der Sicherung ihres Bestehens durch das der Glaubensgeme'nde.“ Aber diese gesunde Anschauung,, die bis in Einzelheiten gut durchgeführt ist, führt bei B ä c k doch zu einem Dilemma, zu isänem Widerspruch, den er nicht lösen kann. Es ist nämlich klar, dass die AbschiÜessung des Judentums zugleich die Unmöglichkeit verbürgt, eine „Mission“ zu treiben. Solange das Judentum an den Satzungen festhält, ist es undenkbar, dass es sich ausbreiten kann über den Kreis der Söhne Abrahams hinaus, und die Geschichte von 2000 Jahren hat das bekräftigt. Nun aber liegt ‘es im Wesen jeder Religion, dass sie sich auszubreiten sucht. Auch Bäck sagt: „Alle Voraussetzungen des Judentums führen prinzipiell dazu dass es die Welt zu seinen Ideen zu bekehren sucht. ‘ Für Bäck, der in dem „liibenalen“ Dogma befangen ist, dass die Juden durch ihre Zerstreuung ene Mission unter den Völkern zu vollziehen hätten, ergibt sich hier der Widerspruch: Entweder geben wir die „Satzungen“ auf, um wirklich Mission treiben zu können — dann zer-

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