Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- I (1905)
- Issue
- 8 (14.6.1905)
- Date
- 1905-06-14
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Literaturblatt der Jüdischen Rundschau Beilage zu „Jüdische Rundschau“ Jahrg. X. No. 28 Herausgegeben von 2)r. Heinrich £oewe. p Redaktion: BERLIN N.W. 52, Melanchthonstrasse 4. No. 8. Berlin, den 11. Tammüz 5665 — 14. Juli 1905 Jahrg. 1. Theodor Herzl’s Zionistische Schriften ' Hrsg, von Prof. Dr. Leon Kellner. (Teil 1. 2. Jüdischer Verlag, Berlin-Charlottenburg.), Unmittelbar vor dem ersten Kongress, der ohne unseres Führfers übermächtige Persönlichkeit in Basel über Wohl und Wehe des Jüdischen Volkes beraten wird, erscheinen Theodor Herzls Zionistische Schriften von einem seiner persönlichen Freunde gesammelt, der auch zu seinen treuesten Anhängern gehört. Sie sind nicht vollständig — diese zionistischen Schriften. Denn der schöne, umfangreiche Band enthält weder Altneuland, noch das Neue Ghetto, die zeitlich und der Ideenentwicklung nach den Judenstaat eimrahmen. Es fehlen viele Reden, leider auch Kongressreden, dazu die Briefe, die Herzl in formvollendeten Weise verfasste, und die allein eine ungeheure Literatur bilden, und die im literarischen und Arbeitsböde Herzls nicht fehlen dürfen. Es war ja begreiflich, dass Kellner nicht -mit dem Misston, den die Fronde Ussischkins hervor gerufen hatte, die zionistischen Schriften Herzls abschliessen wollte. Dabei vermissen wir auch die Feststellung eines ganz getreuen Textes, dort wo die WELT als Quelle diente und wo andere Quellen hätten zu Räte' gezogen werden können. Endlich fehlt das Tagebuch, in dem unser unvergess - licher Grosser über alle seine Handlungen, über die Unterstützung, die ihm zuteil wurde und über die Widerstände, die sich ihm entgegenstellten, getreulich Aufzeichnungen machte. Aber diese von uns so schmerzlich vermissten Hauptteile zionistischer Literatur aus der Feder und dem Geiste Herzls k o n n t e n hier nicht abgedruckt werden, und wir müssen uns damit zufrieden geben, dass das, was uns hier geboten wird, ein geistiges Bild des grossen Toten gibt, wie es in den Herzen und in der Erinnerung aller derer lebt, denen das Glück zuteil wurde, an der Seite des Mannes für zionistische Ideale mitkämpfen zu dürfen, in dem sie die vollendete Schönheit des semitischen Körpers mit der feinsten Aesthetik des Geistes, die machtvollste Persönlichkeit und dien reinsten Typus semitischer Ehrlichkeit und lautersten Idealismus vereinigt sahen. Vorangestellt wurde jene kleine Selbstbiographie, die Herzl in meisterhafter Weise für ein englisches Blatt entwarf und die zum Entzücken