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Jüdische Rundschau · 1905-06-23 · 6 (23.6.1905) · p. Seite 47

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
I (1905)
Issue
6 (23.6.1905)
Date
1905-06-23
Page
Seite 47 (sequence 7)
Language
German
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No. 6 LITERATURBLATT 47 geschlagen. Hören Sie? Mich, den Vater von drei Kindern, hat man wie den letzten Stroilch geschlagen! Am folgenden Tage wurde ich freigelassen und man erstattete mir 18 Franken von den 68 zurück unter der Bedingung, dass ich mich nicht muksen dürfte. Vom Revier ging ich zum Polizeichef, um mich zu beklagen. Es wurde sofort eine Untersuchung eingeleitet, meine Angaben wurden für wahr befunden und der Kommissär wurde abgesetzt. Und damit so etwas nicht mehr vorkomme, wurde der Befehl erlassen, dass jedermann, der mit einem Bündel auf dem Rücken die Strasse passieren würde, sofort verhaftet werden müsste. Eine andere bessere Massregel konnte man nicht finden. Es wäre schon besser gewesen, wenn ich nicht reklamiert hätte. Am zweiten Tage wunden wir gegen zwanzig Mann aufs Revier gerufen. Es wurde uns das Leben ganz einfach unmöglich gemacht. Und jetzt reise ich fort. Vielleicht wird sich Gott erbarmen und mir den Weg weisen, den ich einsehlagen soll, um dereinst auch bessere, menschenwürdige Tage erleben zu können.” Und Srulikl Pui ist fortgereist. Heute ist der unglückliche Genosse meiner Kindheit ein glücklicher Kolonist auf dem Boden unserer Vorfahren und ich, ich bin hier geblieben, um gegen Brüder zu kämpfen, welche uns nicht gönnen wollen, dass wir uns wenigstens mit der Hoffnung nähren auf glückliche Tage für das unglückliche Israel. Literaturbericht Dr. Hirsch Hildesheimer: DasSchächten. (8 S.). gr. 8. BLÄTTER FÜR HÖHERES SCHULWESEN. Beilage zur Junii-Nummer. 37. Die kleine Schrift Hildesheimers, der auf diesem Gebiete wohl als der Sachkundigste unbestritten gelten darf, richtet sich gegen eine aus der TIERSCHUTZ-KORRESPONDENZ in den BLÄTTERN FÜR HÖHERES SCHULWESEN abgedruckte Besprechung des Buches von Dr. von Schwartz: Das betäubungslose Schächten der Israeliten. Die temperamentvoll und nicht ohne Fülle des Ausdrucks verfasste Schrift Hildesheimers verdient vollle Aufmerksamkeit. Die Art, wie von Schwartz mit Zitaten umgeht, ist wohl das Wesentlichste zur Beurteilung' seiner Gutgläubigkeit. Hildesheimer hat als Parteimann und als Sachkenner, von Schwartz nur als Parteimann geschrieben. H. L. Trauermarsch „Theodor HerzI“, mit hebräischem Text „Eli Ziton“. Für Pianoforte und Chor. Von M. S c h o e n m a n n- Warschau. Zu beziehen durch die Expedition der JÜDISCHEN RUNDSCHAU, Berlin N. 54, Auguststr. 49 a. Preis 1 Mark. Den hübsch geschriebenen, feierlich-getragenen und doch lebendigen Marsch ..können wir den Zionisten und besonders den Ortsgruppen sehr empfehlen zu Trauerfeiern für unsern allzu früh dahingegangenen Führer. Es klingt aus Text pnd Musik der Ernst und die Schwere des Verlustes, den

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