Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- I (1905)
- Issue
- 6 (23.6.1905)
- Date
- 1905-06-23
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Literaturblatt der Jüdischen Rundschau Q Redaktion: BERLIN N. W. 52, zu Ci Herausgegeben Q Beilage zu C von „Jüdische Rundschau“ Jahrg. X. No. 25 Dr. Heinrich £öew. Melanchthonstrasse 4. No. 6. Berlin, den 20. Siwan 5665 (23. Juni 1905) Jahrg. 1. Die Stimme der Wahrheit Unter dem Titel „Die Stimme der Wahrheit” hat ein in weiten zionistischen Kreisen unbekannter Lazar Schön ein „Jahrbuch für wissenschaftlichen Zionismus“ herausgegeben, das eine erschöpfende, wissenschaftliche Behandlung und allgemeine Beleuchtung des Zionismus werden will. Damit verspricht das Buch mehr als es halten kann. Es ist weder als ein wissenschaftliches Werk anzusehen noch gibt es eine rJllseitige Beleuchtung des zionistischen Fragenkomplexes und sogar die grundlegenden Fragen des Zionismus, insbesondere die Frage Vom Nationalismus harrt noch ihrer wissenschaftlichen Behandlung. Ausserdem aber ist die Geschichte des Zionismus nicht einmal versucht worden. Die neunte Abteilung „Zur Geschichte des Zionismus” hat mit der Geschichte des Zionismus nichts zu tun. Ausser einem nicht tief eindringenden Finkschen Aufsatze über die jüdische Diaspora,, in dem übrigens ganze Orgien einer Philologe gefeiert werden, die an Ephraim Moscheh Blogg erinnern mit seiner Wiederauffrischung der alten Lehre von der hebräischen Sprache im Paradiese, sind da nur ein paar Briefe zum Abdruck gelangt, die beweisen, dass unser Herzl liebenswürdig genug und auch fleissig genug war, sogar dem Dr. Pasmanik auf seine Schreiben zu erwidern. Es reicht ja aus, dass wir alle wissen, dass Herr Pasmanik jederzeit Dr. Herzl über seine Loyalität unterrichtet hat. Wir attestieren ihm seine Loyalität. Das genügt doch nun hoffentlich. Ein weiterer Brief von Herzl an York-Steiner hätte ebenso wenig abgedruckt werden sollen. Das ist nun alles, was wir über die „Geschichte des Zionismus” erfahren. Und doch ist das ein reiches Kapitel, über das man wirklich etwas Wissenschaftliches hätte leisten können, wenn es durchaus Wissenschaft sein muss. Ein anderes Kapitel: „Zionismus und Religion” hätte nichts an innerem Gehalt eingebüsst, wenn die Aufsätze von Dr. H. Seligsohn und Dr, Jakob Thon fehlen würden. - Hier wird man freilich . neben recht lesbaren anderen Arbeiten durch einen Aufsatz von Dr. M. J. Berdiczewski entschädigt, cjer nur gerade in das Kapitel so gar nicht hine'npasst. Dagegen werden wir das Kapitel über „Zionismus und Kultur“, in dem wir auch einen bemerkenswerten Aufsatz Bubersbesonders hervorheben müssen, nicht vorübergehen lassen,