Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- I (1905)
- Issue
- 3 (12.5.1905)
- Date
- 1905-05-12
- Page
- Seite 23 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 3 LITERATURBLATT 23 Literaturbericht Nachman Krochmal, ein Hegelianer. Von Dr. J. L. Landau. Berlin; S. Calvary & Komp. 1904. 69 S. 8 °. Die vorliegende Arbeit will mit Recht als eine streng wissenschaftliche betrachtet werden. Der Nachweis*, dass- Krochmal ein Hegelianer war und diass er selbständig in diesem System weitergedachit und es nicht nur hebräisiert, sondern auch in das Jüdische Geistesmilieu übertragen hat, ist als vollkommen gelungen anzusehen. Für die Bedeutung KrochmaiLs möge es ein genügendes Symptom sein,, dass Zunz es für nötig befand, Kroohmals posthumes Werk herauszugeben. Er war unstreitig Rappoport gegenüber die selbständige und führende Natur. Landau verspricht ein zweites Heft über Krochmals Geschichtsphilosophie, das man nach dem vorliegenden, mit Spannung erwarten darf. Arbeiten wie diese sind auf dem Gebiete jüdischen Wissens nicht zu häufig und jedenfalls sehr wünschenswert. E 1 j a q i m. Unsere Hoffnung. Monatsschrift für die reifere jüdische Jugend. Wien III/2, Untere Viaduktgasse 25. Nr. 3 (März): F. Pinkus: Was ist uns Palästina? — J. Schmu 1: Israel Baal-Schem-Tdbh und die Chassidim. -— L. Rafaels: Wann wird er kommen? — 0. RosenÜeld: Morris Rosenfeld. — J. Wolowsky: Der Zionismus in Russland, — L. Lampl: Der Aberglaube bei den Juden. — Bücher schaiu. — Rundschau. — Korrespondenzen. No. 4 (April): Erster Geburtstag. — Ben-Samuel: Politik und Schule. —- M. Heues: Purim. — Otto Pi a uni: Der Golem. — Th. Z1 o c i s t i: Chassidim. — Ben M e 1 r: Die Sabbatarier in Siebenbürgen. — Korrespondenzen. — Rundschau. Ein Buch für die jüdische Ehefrau. Mit einer Beigabe: Lehren unserer Weisen über Erziehung der Kinder. Von Dr. L. Münz, Rabb. in Kempen (Prov. Posen). Frankfurt a. M.: A. J. Hoffmann 1905. 77 S. 8°. Preis 0,80 Mark. Das Buch von Münz geht zum grossen Teil! auf ein älteres von S. B. Bambergen (1860) zurück, das dein gleichen Gegenstand in jüdischdeutscher Schrift behandelte. Münz’ Schrift will die Unverbrüchlichkeit des jüdischen Ehegesetzes den jüdischen Frauen in seiner Heiligkeit ganz besonders dringend ans Herz legen. Wir haben aber nicht den Eindruck gewinnen können!, dass durch die minutiöse Auseinandersetzung in diesem Sinne gewirkt würde. Im Gegenteil werden viele Frauen, die das Buch vielleicht voll Interesse zur Hand nehmen, eben weil! sie das Gesetz richtig zu beobachten glauben, aus dem Buche nur den Eindruck gewinnen, dass das nicht der Fall und kaum möglich wäre. Es ist ein Buch, das man kaum ohne Gefahr für die weitere Beobachtung des Gesetzes einer jungen Frau in die Hände geben kann. Dabei schadet die schwächste Stelle des Buches, da, wo der Autor rationaistisch wird, also eigentlich „nichtglaubt“, wo er das Gesetz als hygienisch erkllären will, das trotz allem nur und einzig nur als ein mystisches Reünheitsgesetz aufzufassen ist, am wenigsten. Wenn der Verfasser wissen will, warum die moderne Jug’end so gar leicht das ganze Gesetz bei Seite setzt, so möge er auf Seite 44, Zeile 5—8 genau durchlesen. In dieser Bestimmung findet er dann einen Grund. H. Sachse. Moritz Loeb: Seine Majstät der Reisende. Glossen aus dem Geschäftsleben. Mit Illustr. von Richard Gutschmidt. 3. Aufl. Stuttgart: Franck’schei Verlagsbuchhandlung1 W. Keller & Komp., geh. 1 Mk., geb. 1,80 Mk. (100 S.) 8. Vii'el Humor steckt nicht in dem Buch, so flott es geschrieben ist. Die Schilderungen sind ausserordentlich übertrieben. Es sind einzelne Bilder aus dem kaufmännischen Leben, insbesondere aus der Konfektion,