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Jüdische Rundschau · 1905-04-19 · 2 (19.4.1905) · p. [Seite 25]

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
2 (19.4.1905)
Date
1905-04-19
Page
[Seite 25] (sequence 4)
Language
German
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12 LITERATURBLATT No. 2 steil.“ Und mit Recht. Nur war R. Benjamin nicht der einzige, der dieser Idee sich widmete, der in der Hoffnung,, sie zu! verwirklichen, kein Opfer scheute. Ihm reiht sich würdig R. Petachjah1) von Regensburg an. Auch er unterzog sich den Mühseligkeiten weiter Reisen In! überseeische Länder, in der gleichen Hofflnung, dass er für sein hantbedrängtes Volk ein ruhiges Heim im fernen Osten ausfindig machen werde. Dass sie beide ihre besten Kräfte in den Dienst dieser Idee stellten, hatten wir Gelegenheit,, an der Hand unwiderleglicher Tatsachen näher zu beleuchten.2) Hier sei uns in erster Linie darum zu tun, ihre Zeit und die Vorgänge innerhalb der Christliehen und!arabischen Völker, die im Westen Europas und Afrikas tonangebend waren, kurz dargestellt, ins Auge ׳zu fassen, um zu begreifen, wie solche Ideen innerhalb der Judenheit zur Reife gelangen konnten. Schliesslich soll auch das Verhältnis der beiden Touristen zu einander, gemäss den Anhaltspunkten, die ihre Schriften darbieten, ins richtige Licht gerückt werden. Nächst Rom, dem grossen Weltreiche,, das in der Urzeit schon Juden zu seinen Einwohnern zählte3), ist sicherlich die pyrenäische Halbinsel, das Zweitälteste Land, innerhalb dessen Marken jüdische Niederlassungen im Altertunte sich befanden. Jerem. 30, 10: ״Denn, siehe, ich erlöse dich aus der Ferne und deinen Samen aus dem Lande der Gefangenschaft”,, bezieht R. Mei'r, im zweiten nachchristlichen Jahrhundert, ,,,aus der Ferne” auf Babel, und ״aus dem Lande der Gefangenschaft”,, auf Gallien, Spanien und deren Nachbarländer4). Dunkel ist allerdings, was R. Me'ir unter Gallien5) verstanden haben mag: sowie es andrerseits auffallend ist, dass er, wie er auf den ersten Blick scheinen mag,, von Rom Umgang genommen nat. Allein, wie bekannt, umfassite Gallien im frühen Altertume auch Ober— Italien. Wenn nun R. Me'ir zu Gallien auch ,״und dessen Nachbarländer” hmzufügt,, so hat er zweifelsohne unter diesem Nachbarland in erster Linie Rom gemeint. Dass er letzteres zu verhüllen suchte, ist sehr natürlich. Die jüngsten Vorgänge in Palästina, namentlich der blutige hadrianische U Eine kritische Ausgabe seiner Reisebeschreibung mit Ueber- Setzung befindet sich bereits unter der Presse. 2) Die Einleitung zu den Reisebeschreibungen des, R. Benjamin und R. Petaschja, beide ed. Grünhut. 3) Vgl. Berliner Geschichte der Juden in Rom 1. S. 9. 4) .Leviticu» r. R. 79. Jelamdenu (bei Grünhut Abschnitt, ,ויצא S. 97 b, Pesikta dH R. K., ed Buber S. 151 und Parallelstellen (bei Buber ibidem). Diese La. ist demnach mehrfach bezeugt. Die Bedenken Graetz’s (Geschichte V. Note 9) gegen ihre Echtheit, sind unbegründet. Sie ist übrigens durch sich selbst gesichert,, indem ״Espanya” als Südbabylonien .;nächst ״Babell”. welches unmittelbar vorher erwähnt wird, gar keinen Sinn hätte. Ich wüsste auch nicht, wo auch sonst noch Babylonien, Apamea und Gallien in Kleinasien, in dieser Reihenfolge nebeneinander stünden. Uebrigens hiess Jelamdenu nicht Espamja, sondern .,Espanja“, darunter kann doch wohl nur Hlspania verstanden werden. Vgl. auch Bacher, Aga da der Täunaiten. II. S. 29 u. s. weiter unten. s) Gallien in Kleinasien doch sicherlich nicht. Von einem;גמר- Kleinasien ist nirgends die Rede; wohl aber von einem 7,גלו-Rom und ״Sepharad“. S. weiter.

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