Židovská ročenka pre Slovensko
- Journal
- Židovská ročenka pre Slovensko
- Volume
- 5700 (1940)
- Date
- 1940-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 236)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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CHAJE OLAM (Zum Bild auf unserer Titelseite) Gewittersturm braust durch die Welt, Der einen alten Baum gefällt Und mancher Zweig wird da beklagt, Der sonnenwärts emporgeragt. Wie schwankend Schilfrohr jäh geknickt Gedehmütigt im Staube liegt Der stolze Stamm samt Blätter-Krone Wer jubelt da? — Vielleicht zum Lohne Weil fruchtgesegnet er von Gott Der Menschheit Leben, Labung bot? Kein Hohngelache! — Kein Erschauern, Kein hoffnungslos-entsagend Trauern! Mit lebensstarken Wurzeln fest Steht noch des alten Baumes Rest. Schon oft war strafend Gottes Faust Auf seinen Stamm herabgesaust. So oft er ward dahingerafft Schöpft Ewigkeit und Jugendkraft Er stets aus blumiger Muttererde Erneuernd Gottes Schöpfungswerde. Er keimt und sprießt im Frühlingsgrünen Ein „neues Leben auf Ruinen" Und junge Triebe, junges Reis Der Baumstumpf trägt zu Gottes Preis Das ist der Bund, des Himmels-Eid Auf eines Volkes Ewigkeit. W'chaje ölam nata betochenu W'solichenu Varcenu... Er pflanzt in's Volk das ewige Leben, Es mag nach seinem Lande streben. WILHELM DONATH.