Židovská ročenka pre Slovensko
- Journal
- Židovská ročenka pre Slovensko
- Volume
- 5700 (1940)
- Date
- 1940-01-01
- Page
- Seite 185 (sequence 225)
- Language
- German
- Belongs to
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barg) und 1913 (Wien). Von den späteren Kongressen hielt er sich ferne, da er vom ersten Moment an die Balfourdeklaration als eine zu schwache Grundlage gehalten hat. Bettelheim gehörte immer dem Alljudentum und niemals einer Partei an. So schuf er mit beachtenswerter Vielseitigkeit und Tatkraft den ganzen Organismus des jüdischen Volkslebens. Religiöse Vorträge, literarische Abende, hebräischen Sprachverein, Makkdbea Sportklub, Selbsthilfsverein der Bachurim, Verein der Rechtshörer, Öffentliche Bibliothek, Misrachi- Gruppe, Archiv, Presse und einen Versuch mit einer altruistischen Volksbank. Aber das ungarische Judentum beging den unglückseligen Rechenfehler, seine Kraft zu dividieren, statt zu multipliziren. Im Mai 1911/. übersiedelt er nach Budapest, tvird Mitredakteur des „Budapester Abendblattes". Die „Ungarländische Jüdische Zeitung" wächst an Bedeutung im Kriege. Das führt zu seiner Entsendung nach Amerika, welche vorwiegend der Organisation der Auswanderung gilt, welche nach dem Kriege in riesigem Maaße erfolgen mußte. Im Dezember 1916 wird er von den Delegierten von 80 Vereinen ungarländischer Juden zum ersten Präsidenten der Federation ungarischer Juden in Amerika gewählt. Nach Beendigung des Krieges gründete er in Budapest die AHAWA-Vereinigung, die alle Parteien des Judentums in sich schloß, und hauptsächlich der Verbindung mit Amerika zu Auswanderungszwecken dienen sollte. Dieses Programm, das er seit dem Ausbruche des Weltkrieges predigte, kam erst vor Kurzem unter schlechteren Bedingungen zur Ausführung. 1919^—1920 wirkt er in Preßburg und gründet die jüdische Presse", die er später in Wien redigiert hat. Eine Auswahl der Artikel in der „Jüdischen Presse" erschien 1922 in Buchform unter dem Titel „Zurück zur Bibel". Von 1923 bis 1921 hielt er sich wieder in New York auf, war Mitarbeiter dortiger jüdischer Blätter und Mitglied der Leitung des American Jewish Committee unter Louis Marshall. Er gab auch die orthodoxe Korrespondenz „Jeivish Weekly Bulletin" im Jahre 1926 heraus. Seit 1927 hielt er sich abwechselnd in Budapest und Bratislava auf. Ein Jahr lange verwaltete er die berühmte hebräische Handschriften-Sammlung der Ungarischen Akademie, 1933 begann er die Sammlung der Quellenwerke für jüdische Heimatskunde an der Preßburger Universitätsbibliothek und gab von 1931/ bis 1938 die wissenschaftliche Zeitschrift „Judaica" heraus, die besonders durch die Heine-, Herzl- und Nordau-Forschungen in der wissenschaftlichen Welt eine ehrende Würdigung gefunden hat. Samuel Bettelheim war sich bewußt, der letzte Mohikaner zu sein, der noch das ebenso wahrhafte als künstlerische historische Gemälde der berühmten 185