Židovská ročenka pre Slovensko
- Journal
- Židovská ročenka pre Slovensko
- Volume
- 5700 (1940)
- Date
- 1940-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 166)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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LEO ROSENTHAL, BRATISLAVA: QUERSCHNITT DURCH PALÄSTINA Sowohl auf dem Gebiete der Politik, wie der Wirtschaft, war das vergangene Jahr für Erez Israel eine Zeit der größten Geschehnisse. Durch die bekannten Ereignisse ist Palästina das Einwanderungsland für Juden geworden. Breite Schichten der Juden, die in der Zeit, wo sie Wesentliches für den Aufbau Erez Israels hätten leisten können und es damals abgelehnt haben, sehen heute Palästina als einzigen Rettungsanker. Viele dieser Einwanderer stellen schon bei ihrer Ankunft einen sozialen Fall dar. Eine tragische Situation sowohl für den Einwanderer, als auch für das Land, das ohnehin eine Fülle von schweren Problemen zu lösen hat. Der Ausbruch des Krieges schuf in der ersten Zeit eine Ungewißheit, ja sogar eine Panikstimmung. Da Palästina auf die Zufuhr von Lebensmitteln angewiesen ist, befürchtete der Jischuv einen Mangel an Lebensmitteln. Zufolge der internationalen Spannung begann auch ein Run auf die Banken, welcher dazu führte, daß die Regierung im August v. J. die Banken auf 3 Tage sperrte. Ein weiteres Moment, das eine Unsicherheit in die Wirtschaft hineintrug, war die Kurssenkung des englischen Pfundes. Die Einstellung der Kreditgeschäfte, Preissteigerung der Lebensmittel, Run auf die Banken, waren Faktoren, die geeignet gewesen wären, die wirtschaftlichen Grundlagen des Landes zu erschüttern. Durch die Aktivität der führenden Bankinstituten des Landes, der leitenden jüdischen Instanzen und auch der gesunden Selbstdisziplin des Jischuvs, gelang es, die Panikstimmung zu meistern und die Verhältnisse allmählich zu stabilisieren. Es ist klar, daß künftig die Entwicklung in Palästina unter ganz anderen Umständen vor sich gehen wird, als bisher. Diese Entwicklung wird durch den Krieg und durch den unerträglichen Druck, der die Juden das Galuth mit ihrer Habe oder auch ohne diese nach Erez Israel drängt, beeinflußt. Die Lebensmittelversorgung der Juden ist sichergestellt. Die Alijah geht weiter. 136