Židovská ročenka pre Slovensko
- Journal
- Židovská ročenka pre Slovensko
- Volume
- 5700 (1940)
- Date
- 1940-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 155)
- Language
- German
- Belongs to
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Pfeilern getragen. Von diesen Pfeilern gehen Gurtbogen zu den übrigen 8 über und halten so das ganze Gewölbe. Die 4 Pfeiler umrahmen den Almemor und beschirmen es von oben zugleich als Baldachin. (Abb. 22-24.) In Pressburg ist die Bes-Hamidrasch-Synagoge ein Bau, dessen Gewölbe von 2 viereckigen Säulen getragen wird. Es ist ein Stiftungsbau des Hoffaktors Simon Michael und stammt aus dem Ende des 17. Jht. im Vordertrakt dieser Synagoge ist auch Heines Urgrossmutter, Sarah-Lea geboren. (Abb.) # SYNAGOGEN IM ZOPFSTIL Synagogen im Zopfstil wurden in Mädhegyalja und Tällya (Ungarn) am Ende des 18. Jht. erbaut. Die Meider Synagoge vom Jahre 1798 hat an der vorder- und Rückseite eine hohe Brüstung. Innen stützt sich das Gebäude auf 4 Säulen, in der Mitte der Synagoge aufgestellt, welche zugleich den Almemor einfassen. # DER KLASSICISTISCHE STIL Synagogen im klassicistischen Stil finden wir in Huncovce vom Jahre 1821, mit 4 ionisierenden Pilastern an der Front, innen 4 Säulen mix ionischen Kapitelin und klassicistischem Aron, in Ofen (Ungarn) vom Jahre 1820, mit 6 hohen imposanten korinthischen Säulen an der Front, in Wien die im Jahre 1826 erbaute schöne Synagoge in der Seitenstettergasse. Sie ist ein klarer Zentralbau mit ovalem Rundriss, 8 jonische Säulen halten die hohe Kuppei. Im 19. Jht. zeigen die Synagogen Anlehnungen an die christliche Kirchenarchitektur. Sie sind mit Türmen und Kuppein versehen, mit arabisierenden, romanischen oder mit klassicistischen Formen überfüllt. (Abb. 27-32) Die Synagogen des 20. Jht. haben die geradlinige Form der modernen Bauten. (Abb. 35—36.) # SYNAGOGALE MERKWÜRDIGKEITEN Einige synagogale Merkwürdigkeiten möchte ich noch kaleidoskopartig anführen: Die Soborter Juden waren gezwungen auf ihrer Synagoge einen Turm zu bauen. Die Gemeinde bekam nämlich von der Kaiserin Maria Therezia im Jahre 1750 eine Turmuhr zum Geschenk. In Coburg (Neubayern) überliess die Stadt, als sie sich im Jahre 1860 eine grosse Kirche bauten, den Juden die Kapelle des heiligen Nikolaus. Diese wurde im Jahre 1473 gebaut, 1643 renoviert. 125