Židovská ročenka pre Slovensko
- Journal
- Židovská ročenka pre Slovensko
- Volume
- 5700 (1940)
- Date
- 1940-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 132)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Frühromanisch ist auch das abgestufte, sich vertiefende rundbogige Aussenportal mit dem Pfeilerbündel, den antikisierenden Palmetten und dem Flechtwerk im Kapitell. Diese und die späteren Synagogen sind zweischlffige gewölbte Hallen. (Krautheimer.) (Abb. 4.) Das östliche Kapitell trägt hebräische Inschriften. Der Steinhauer dürfte demnach Jude gewesen sein. Das Erbauungsjahr 1175 ist von Krautheimer eindeutig festgestellt worden. Dies beweist auch die gleiche Bauform des Domes vom Jahre 1170—1200 und anderer Kirchen Worms. Dieselben Kämpfer-Kapitelle fand ich auch in der heutigen Hildesheimer Michaelis Kirche, welche im Jahre 1186 eingeweiht wurde. Die Inschrift mit der Jahreszahl 794—1034 stammt aus einem früheren Bau. (Abb. 5.) Krautheimer erwähnt ferner, dass Elieser b. Samuel im Jahre 1559 an der Männerschul eine später verschwundene Aufschrift gelesen hat, deren Anagramm das Jahr 935—Ii75 ergab. Die Frauensynagoge wurde erst im Jahre 1213 angebaut. Dieser saalartige Raum wird von vier Kreuzgewölben gedeckt, die auf einer Mittelsäule ruhen, ähnlich den unteren Räumen der Wartburg. Zeigt das schöne Portal der Männerschul die, hohe Romanik, so sehen wir im rythmisch gelungenen rundbogigen Nordportal der Frauensynagoge Zeichen der Spätromanik. Laui einer Inschrift ist diese Frauenschul vio|m Rabbi Meir, Sohn des Joel und seiner Frau Judit, im Jahre 4973 (1213) errichtet worden. Im Jahre 1624, wir können dies im Wormser Memorbuch lesen, hat David Oppenheimer die sogennante Raschi-Kapelle, hinter der Synagoge erbauen lassen. Dieser kleine einschiffige Bau bekam also nur aus Pietät seinen Namen, weil der grosse Rabbi sich in den Jahren 1055—1065 in Worms aufhielt. # GOTISCHE BAUART Gotisch war die Regensburger Synagoge vom Jahre 1227, die Frankfurter Neuschul, die Synagoge in Erfurt, Posen, Eger, Metz, Lemberg. Noch steht die gotische Altneuschul in Prag vom 14. Jht. mit der gediegenen Treppengiebelfront, mit den schlanken Pfeilern und mit Weinlaub geschmückten Säulenkapitelln am Eingange der Synagoge. Sie ist zweischiffig mit 2 Pfeilern mit Weinlaubblättern geschmückten Konsolen für das Rippengewölbe. (Abb.6-7.) Doch wurde hier, so auch in Miltenberg, in das Kreuzgewölbe eine fünfte Rippe eingeschoben, um so die Kreuzform zu vermeiden. Der Toraschrein hat auch einen mit Weinlaub geschmückten Spitzengiebel vom 14, Jht. (Krautheimer). Cechische Kunsthistoriker (Dr. E. Poche) sind der Ansicht, dass die Altneuschul aus der Zeit I. Vaclav, in den Jahren 1230—1260, also ein Jahrhundert früher entstanden ist. 116