Židovská ročenka pre Slovensko
- Journal
- Židovská ročenka pre Slovensko
- Volume
- 5700 (1940)
- Date
- 1940-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 19)
- Language
- German
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- IRI
…/7957787-8905983--022-7957807- Visual Library
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Stadt oder des Dorfes einen Vertrag abschloßen, der die Christen gegen entsprechende Bezahlung verpflichtete die Einquartierung statt der Juden auf sich zu nehmen. Ebenso befreiten sich die Juden vom Robot und Vorspann, Die erstere bestand darin, daß alle Bewohner eines adeligen Herrschaftsgutes eine gewiße Anzahl von Tagen jährlich für die Herrschaft unentgeltlich Arbeit leisten mußten. Da es nicht selten vorgekommen ist, daß der angeforderte Arbeitstag auf einen Samstag fiel, suchten die Juden sich dieser Dienste durch ein bezahltes Abkommen mit ihren christlichen Nachbarn zu entledigen. Endlich die Abgabepflicht zu Martini, die im 18. Jahrhundert nicht bloß von der Preßburger Gemeinde und nicht bloß an den Hof, sondern ebenso von den übrigen Gemeinden und auch an verschiedene Beamten des Hofes, an den Schutzherrn und seine Beamten und Komitatsbeamten abgeliefert werden mußten. So wurden von der Preßburger Gemeinde ursprünglich jährlich etwa 60—100 Stück Gänse verteilt. Diese Steuer, wie alle übrigen Judenabgaben, wurden erst im Jahre 1848 aufgehoben. WIRTSCHAFTLICHER AUFSTIEG. Die mährisch-jüdischen Emigranten trugen nicht nur als Repräsentanten von Handel und Gewerbe in diesen damals primitiv-agrarischen Gegenden zur wirtschaftlichen Hebung ihrer neuen Heimat in hervorragendem Maße bei, sondern sie stärkten auch das bereits dort vorhandene jüdische Element, begründeten neue Judengemeinden und brachten bereits bestehende in verhältnismäßig kurzer Zeit zur raschen Blüte. So erhielt unter anderen die Judengemeinde Waag-Neustadtl eine beträchtliche Vermehrung und einen bedeutenden Aufschwung durch Ungarisch-Broder Emigranten, welche nach einem blutigen Kuruzenüberfall im Jahre 1683 dorthin geflüchtet waren. Die slowakischen Juden betrachteten sich zum Teil noch mehrere Generationen hindurch als eine Expositur des mährischen Mutterlandes, mit dem sie nicht nur in wirtschaftlichem Kontakte standen, sondern auch rege geistige Beziehungen auf religiösem wie auf weltlichem Gebiete unterhielten. Jüdische Jünglinge aus der Slowakei kamen in die jüdischen Talmudschulen nach Nikolsburg, Frößnitz, Leipnik, Boskowitz usw., während anderseits mährische junge Leute die Jeschiboth in Preßburg, Vrbove, Topol'cany, Sered usw. besuchten. Die Synagogen wurden vielfach nach mährischem Muster gebaut, und die in Mähren gebräuchlichen rituellen Normen des Gottesdienstes (Minhagim) beibehalten, wozu die mehrfach aus Mähren nach Oberungarn berufenen Rabbiner, Lehrer und Vorbeter entsprechend beitrugen. Ja die slowaki- 15