Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 13)
- Language
- German
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9 Ordnung dieses Nebeneinander und Nacheinander in der Wirksamkeit unsrer Schule am besten gewähren zu können, wenn ich der Darlegung des Stoffes und des Lehrganges für jeden Unterrichtsgegenstand eine allgemeine Einleitung voranschickte, welche die Bedeutung desselben für die gesammte Bildung und Entwickelung unserer Zugend und dadurch sowohl seine Stellung zu anderen Unterrichtszweigen als auch das Ziel darlegtc, das wir auf jedem dieser Gebiete zu verfolgen und zu erstreben haben. — Es konnten diese Einleitungen natürlich nicht in gleicher Weise der Berathung des Lehrerkollegiums unterworfen werden, wie die spezielle Angabe der einzelnen Lehrpensa. Aber obgleich ich nicht anstehe für den Inhalt derselben die persönliche Verantwortung zu übernehmen, so glaube ich doch sie im Allgemeinen als den Ausdruck der Gesammtansicht bezeichnen zu dürfen, die sich im Laufe dieser Besprechungen innerhalb des Kollegiums herausgestellt hat. — Was dagegen die Angabe der Pensa für die einzelnen Unterrichtsgegenstände und Lehrstnfen betrifft, so bemerke ich, daß die Abfassung derselben, wie sie den mehrerwähnten Berathungen zu Grunde gelegt wurde, überall von den Lehrern selbst ausgeht, in deren Hand sich der betreffende Unterricht zur Zeit befindet. Wir glaubten daß die hierdurch gesicherte Authentizität und Originalität in der Darlegung des Materials und der Methode für uns und für das größere Publikum einen höheren Werth haben müsse, als die Herstellung einer äußern Gleichartigkeit in Stil und Umfang der einzelnen Angaben, die man freilich hier nicht überall finden wird. Aber wenn ich nun endlich diesen Lehrplan veröffentliche, wie er aus den Berathungen des Lehrerkollegiums hervorgegangen ist, befinde ich mich in der eigenthümlichen Lage zu bekennen, daß derselbe sich in seinen einzelnen Theilen doch nicht überall in voller Uebcreinstimmung mit dem gegenwärtigen Gange des Unterrichts befindet. Ich spreche damit nicht von derjenigen Differenz, die immer zwischen Plan und Ausführung, zwischen Absicht und Leistung, zwischen Gewolltem und Erreichtem eintreten wird. Dem Vorwurf einer derartigen Täuschung unserer selbst oder gar unserer Leser sind wir schon darum nicht ausgesetzt, weil wir ja eben nur einen Lehr-Plan und nicht einen Lehr-Bericht geben, der freilich oft genug auch nur das angibt was gelehrt