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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde · 1865-01-01 · 1865 · p. Seite 28

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
Volume
1865
Date
1865-01-01
Page
Seite 28 (sequence 32)
Language
German
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28 fett. Wenn es der Erziehung gelänge, ihre Zöglinge von der Launenhaftigkeit, d. hvon jenem Wechsel der Stimmungen zu heilen, von deren Ursachen der Launenhafte selbst sich nicht Rechenschaft zu geben weiß, so würde der Geheilte, glaube ich, dadurch in den Stand gesetzt, von dem Fehler des Wankelmuths und der Unzuverlässigkeit sich selbst zu befreien. Denn der Wechsel der Neigungen und Entschließungen wird nur zu oft durch den launenhaften Wechsel der Stimmungen hervorgerufen; und wie oft stößt der Launenhafte einen Freund, der ihm bisher lieb und werth war, gleichgiltig von sich, weil — er ihm eben nicht mehr gefällt, wie oft gibt er plötzlich einen Lieblingsplau auf, weil — er keine Lust mehr dazu hat, er weiß aber, von dem Einen, wie von dem Andern nicht: warum? Es ist nicht schwer zu sagen, wie die Erziehung sich dem einzelnen Ansbruch der Launenhaftigkeit gegenüber zu verhalten hat, schwerer, wie man den Fehler an der Wurzel auzugreifen und zu bekämpfen vermag. Das launische Mädchen - denn wir begegnen dieser Aeußerungssorm der Schwäche beim weiblichen Geschlecht häufiger als beim männlichen - muß sich selbst und seiner Laune, so viel wie irgend möglich ohne fremde Dazwischenkunft, überlassen und nur daran gehindert werden, dieselbe in irgend einer Weise an dritten Personen, insbesondere an solchen, die ihr keinen genügenden Widerstand entgegensetzen können: an Dienstboten, an jüngeren Geschwistern, selbst an unschuldigen Thieren oder wohl gar an leblosen Dingen auszulassen. Wenn sie plötzlich schmollend keine Lust hat zu reden, zu spielen, auszugehen, zu essen oder was es sonst sei, so versuche man keinesweges sie zum Gegentheil zu bewegen oder zu zwingen; denn es wird das in der Regel nur die entgegengesetzte Wirkung Hervorbringen. Man bemühe sich vielmehr, ihrer plötzlichen Wandelung gegenüber vollkommen gleichgiltig zu bleiben, ja dieselbe womöglich gar nicht zu bemerken, oder doch nicht zu beachten und sich dadurch in seinem Thun und in seinen Anordnungen in keiner Weise stören zu lassen. Man setzt die Unterhaltung ohne ihre Theilnahme fort, speist ohne sie weiter, geht ohne sie ans und sorgt dafür, daß die übrige Umgebung ebenso verfahre. Ihre

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