Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1864
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 47)
- Language
- German
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43 fung und Gestaltung des einheitlichen Geistes Mitwirken, den dann Alle als ihren eignen erkennen, und des einheitlichen Gesetzes, nach dem Alle für den gemeinsamen Zweck mit vereinter Kraft zu wirken vermögen, ohne ihre Persönlichkeit aufzugeben oder zu verkümmern und ohne ihrem Wirken das Gepräge der Eigentümlichkeit zu rauben, die ihm innerhalb des Ganzen eine besondere Bedeutung und seine erkennbaren Erfolge sichert. Ich könnte hier noch von der besondern Aufgabe sprechen, welche vornehmlich auf diesem Gebiet dem Leiter eines größeren Schulorganismus gestellt ist. Doch scheint mir diese Frage hier nicht an uns heranzutreten und würde wohl eher für eine abgesonderte Behandlung geeignet sein. Jngleichem hätte ich wohl noch Manches über die Anforderungen zu sagen gewünscht, welche der Lehrerberuf an das private und an das öffentliche Leben des Lehrers stellt. Endlich wäre es mein Wunsch diesem Gesammtbilde der Anforderungen an den Lehrer auch noch das Bild der Segnungen und der Freuden anzuschließen, welche dieser Beruf wie kein anderer denen bereitet, die ihm mit Liebe und Hingebung dienen. Aber ich muß die Schranken respektiren, welche mir durch die Form des Programms in mehr als einer Beziehung vorgeschrieben sind. Wenn es mir einigermaßen gelungen ist, das Bild eines Lehrers, wie er sein soll, darzustellen, so darf ich überzeugt sein, daß jeder strebende Genosse unsres Berufs in demselben so manche Züge erkannt hat, in denen er sich selbst oder doch das, was er zu sein bemüht ist, wiederfindet, und daß er sich von dem Anschauen des ganzen Bildes in seinem ernsten Beruf mehr gestärkt und gehoben, als geschreckt oder gar niedergebeugt fühlt, wenn er auch hier und da sich noch zu den Schwächen und Mängeln bekennen müßte, auf die wir als auf mögliche Verirrungen gerade diejenigen aufmerksam machen mußten, die den rechten Weg suchen, ohne ihn vielleicht immer zu finden.