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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde · 1863-01-01 · 1863 · p. Seite 43

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
Volume
1863
Date
1863-01-01
Page
Seite 43 (sequence 47)
Language
German
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IRI
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43 Zöglinge unserer Schulen recht wohl werden stellen können, wenn sie den Kursus dieses Unterrichtes vollendet haben. Und so ist dem Lehrer eine schöne und reiche Aufgabe gestellt, wenn er diesem Unterricht nach allen Seiten sein Recht und seine Bedeutung geben will. Für praktische Zwecke vielleicht von größerem Nutzen, aber für den Bildungszweck der Schule von geringerer Bedeutung scheint mir das geometrische oder konstruktive Zeichnen. Es ist die nach Gesetzen der Mathematik und der Optik gebildete Kunst, aus gegebenen Stücken eines Gegenstandes den ganzen Gegenstand zu konstruiren und perspektivisch auf's Papier zu werfen. Es ist nicht mehr die unmittelbare Anschauung dabei thätig, sondern das Bild konstruirt sich durch eine Reihe von Schlußfolgerungen zunächst auf dem Papier und für den Geübten gleichzeitig in der Phantasie. Für Viele dürfte es aber ein bloß mechanisches Arbeiten nach Vorschrift mit Cirkel und Lineal bleiben, ohne sich zu einer wirklichen Anschauung zu erheben. Dagegen wird Niemand den Werth dieses Unterrichtes verkennen, wenn er dahin führt, aus Aufriß- und Abriß-, Durchschnitt- und Querschnittzeichnungen mit Leichtigkeit und Sicherheit den ganzen Körper zur Anschauung zu bringen, oder umgekehrt dieselbe Operation durch Zerlegung des wirklichen Gegenstandes in diese Anschauungselemente in Zeichnungen auszuführen. Ob aber die Schule die Aufgabe hat, diese Fertigkeit zu einem der Hauptziele ihres Zeichenunterrichtes zu machen, möchte ich bezweifeln. Singen imb Turnen sind für die Zwecke der Schule und der allgemeinen Jugendbildung nahverwandte Unterrichtsgegenstände; nicht nur weil Beide körperliche Fähigkeiten zur Fertigkeit ausznbilden bestimmt sind, sondern weil Beide natürliche und nothwendige Aeußerungen, ich möchte sagen Triebe, des menschlichen und insbesondere des jugendlichen Gemüthes aus der Sphäre der rohen und naturwüchsigen Kundgebung in die Sphäre der geregelten, ordnungs- und kunstgemäßen Uebungen zu erheben suchen, und weil Beide eben dadurch belebend, kräftigend unb veredelnd auf Geist und Gemüth wirken. Beide er-

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