Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1862
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 36)
- Language
- German
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36 Lehrers zu achten, nicht nur seinen Lehren und Vorschriften, sondern auch seinem Beispiel und Vorbild zu folgen, ihm nicht nur Ehrerbietung und Folgsamkeit, sondern Ehrfurcht und Hochschätzung zu erweisen; mit Fleiß und Aufmerksamkeit, Interesse und selbstthätigen Eifer zu bekunden, mit Ordnung und Pünktlichkeit Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue zu üben. Wir wissen und fühlen es sehr wohl, daß wir mit Alledem über die Grenzen dessen hinausgehen, was wir in diesem Einen Lebensjahr auch nur annähernd zu leisten und zu vollbringen vermöchten. Ja wir gestehen es, daß wir die Forderungen an unsere Zöglinge und an uns selbst nicht selten über das Maß der Leistungsfähigkeit hinaufschrauben. Aber wie natürlich, ich möchte sagen wie nothwendig ist diese Verirrung, wenn wir wissen, daß uns für den Zweck der höhern Bildung, für den wir in unfern Zöglingen doch wenigstens den Sinn und das Verftändniß öffnen möchten, nicht mehr als ein einziges Jahr vergönnt ist, ja daß uns -von der verhältnißmäßig geringen Zahl unserer Zöglinge, die in die erste Klasse eintritt, ein Theil noch im Lauf des Schuljahrs entzogen wird. — Wenn wir wüßten, daß unser Zögling nach vollendetem Lehrkursus unserer Anstalt in ein höheres Bildungsinstitut eintritt, dem er noch ein oder zwei Jahre angehört, oder wenn wir irgend welche Hoffnung hätten, ihn bis zum vollendeten 17. oder 16. Jahre der Fortführung und Vollendung des Bildungsgangs zu erhalten, den er an unserer Hand begonnen hat: wir könnten das erste Jahr seiner dritten Entwickelungsepoche mit maßvollerer Berechnung seiner Kräfte verwenden. Wir würden es in diesem Falle zunächst nur einer ersten Umschau widmen, die er an den Pforten eines höheren Wissens und Wollens auf das weite und lichtvolle Gebiet desselben zu richten hat, damit er nach und nach mit dem innern Wesen desselben immer vertrauter gemacht, sein geistiges und sittliches Interesse für dasselbe immer lebendiger geweckt und angeregt werde. Wenn wir aber wissen, daß unmittelbar auf dieses Jahr eine Zeit der nüchternsten Praxis folgt, die nach keiner Richtung hin ein höheres Jntreffe anzuregeu, den Blick für ein tieferes Verftändniß des Lebens und des Be-