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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde · 1862-01-01 · 1862 · p. Seite 29

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
Volume
1862
Date
1862-01-01
Page
Seite 29 (sequence 29)
Language
German
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29 — sollte es nicht einleuchtend sein, daß dieser Erwerb zehnfach ausgewogen wird, durch die Vermehrung des Erwerbskapitals, das er in eben dieser Zeit sich durch erhöhte Bildung aneignet, und das ihm für sein ganzes Leben höhere Achtung in der bürgerlichen Gesellschaft, eine festere Stellung innerhalb feines Berufes, größere Sicherheit und Zuversicht in der Verwendung und Verwerthung seiner Kräfte, größere Klarheit und Umsicht in der Beurtheilung der bestimmenden Verhältnisse verleiht? Und habt ihr vor Allem die sittliche Gefahr wohl erwogen, die durch den allzufrühen Eintritt eures Sohnes von 17—18 Jahren aus der praktischen Lehrzeit in die Epoche der sogenannten Selbstständigkeit oder doch des selbstständigen Gelderwerbs für denselben erwachsen müssen? Denn warlich diese Gefahr ist eine gleich große, nach welcher von den beiden möglichen Richtungen er sich auch wenden möge. Es wird der Knabe, der kaum erst zum Jüngling heranzureifen beginnt, und sich nun schon ein Mann zu fein dünkt, weil er ja das Leben mit seinen Forderungen und Gefahren noch gar nicht kennt, entweder nach dem Genuß dieser Selbstständigkeit und dieses selbsterworbenen Besitzes mit kindischer Leidenschaftlichkeit greifen, und in der ungehemmten Befriedigung seiner'Wünsche und Neigungen, in der unbeschränkten Verwendung seines Besitzes für diesen Zweck fein wohlerworbenes Recht und seine Freude zu finden vermeinen; er wird also in leichtfertiger Unterschätzung des Werthes, der in diesem selbsterworbenen Besitze ruht, ihn für die Zwecke eines verfrühten und leidenschaftlichen Lebensgenusses hingeben, mit dem er seine ganze Zukunft nur zu schnell untergräbt. Oder er wird im Gegentheil an diesem Besitze und an dem Bewußtsein, daß es sein felbsterworbenes Eigenthum sei, eine Freude finden, die ihn als einen überaus soliden ernst strebsamen jungen Menschen erscheinen läßt. Er denkt frühzeitig an die Zukunft und ist unablässig bemüht für dieselbe zu sammeln, um, wenn Andere noch an den Anfängen ihrer Bahn sind, schon zur vollen Selbstständigkeit des eigenen Geschäftsbetriebs zu gelangen. Aber was ist aus dem Knaben, aus dem Jüngling geworden, der auf diesem Wege der vermeintlichen Solidität früh zum Manne gereift scheint? Ein Mann, der die höchste ja die alleinige Aufgabe des

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