Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1861
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 30)
- Language
- German
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26 lichen, dem Fortschritte zugewandten Streben hat Heß die Schule jederzeit vor der verderblichen Stagnation zu bewahren gesucht; stets auf Verbesserung bedacht, erspähte er jeden Mangel und jede Lücke, beachtete er alle Erscheinungen der Zeit, prüfte alles Neue; was ihn gerade erregt und seine Theilnahme gewonnen hatte, das sollten auch seine Berufsgenossen kennen, und wieder war er dankbar für jede Mittheilung, die ihm von diesen gemacht wurde. Wie er die Kräfte und Fähigkeiten jedes Einzelnen zu erforschen und ihn auf diejenige Wirksamkeit hinzuweisen strebte, die ihm am angemessensten war, so wußte er mit seiner gereiften Erfahrung und gediegenen Sachkenntniß auch weise Rathschläge zu geben und die Jüngern in ihre Berufsthätigkeit einzuführen. Wir erinnern uns alle eines Wortes, das wir so oft aus seinem Munde vernahmen, und das er auch öffentlich ausgesprochen hat, daß er nämlich als eine der wichtigsten Bedingungen für das Gedeihen der Schule stets das einträchtige Zusammenwirken sämmtlicher Lehrer betrachtet hat, und daß es sein eifrigstes Bestreben war, dieses zu befördern und zu erhalten. Und dieser Geist der Eintracht, den er in unsrer Mitte gepflegt hat, war stets verbunden mit dem lebendigen Wetteifer für das Wohl der Anstalt, bei dem sich Jeder der gedeihlichen Leistung des Andern fteut, sich aber auch nicht zu scheuen braucht, sich mit Offenheit auszusprechen, wo es zum Besten der Schule gereichen kann. Und fürwahr, unter Allem, was wir dem trefflichen Manne zu verdanken haben, der die Schule mit so weiser Einsicht geleitet hat, nimmt dies den ersten Rang ein, daß wir uns niemals in den engen Kreis des uns zunächst angewiesenen Faches eingeschlossen fühlen, sondern der Anstalt ganz angehören und so innig mit ihr verwachsen sind, daß ihr nichts Freudiges und nichts Schmerzliches widerfahren kann, das uns nicht im Innersten bewegt. Dieses aber, meine Freunde und Collegen, ist eine reiche und unversiegbare Quelle unsrer Berufsfreudigkeit, des Besten, was uns und der Schule werden kann. Ich sollte nun noch von dem freundschaftlichen Verhältnisse sprechen, in dem wir zu dem verehrten Manne standen, der uns mit so vieler Treue angehörte, einer Freundschaft, die auch in