Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1859
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 46)
- Language
- German
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42 Wissens, des rechten Thuns eingeführt zu werden, das nur er ihnen zu öffnen vermag. Sie wollen ihn bewundern, verehren, wenn er ihnen nur nicht selbst die Illusionen raubt, mit denen sie gläubig zu ihm emporschauen. Sie wollen ihm folgen und gehorchen, wenn er den Muth hat sie zu führen und um ihrer selbst willen Gehorsam von ihnen zu fordern. — Der Mann, dem die Leitung und Erziehung von Mädchen anvertraut ist, meine nicht, daß er sich bemühen müsse, seinen Zöglingen Beweise seines Wohlwollens zu geben. Wenn er es gegen sie empfindet, so werden sie es auch durch seinen strengsten Ernst hindurch erschauen, wenn nicht, wird er durch keinen Schein ihr Vertrauen gewinnen. Wohl aber muß er sich hüten, ihnen eine Zuneigung zu zeigen, vermöge deren sie irgend eine Macht auf ihn ausüben; denn das weibliche Gemüth erfreut sich zu sehr an dieser Macht, um sie nicht zu üben und zu mißbrauchen, sobald es sich im Besitz derselben fühlt. Jnconsequenz und Schwäche ist ein viel geringerer pädagogischer Fehler im Verkehr mit männlichen Zöglingen als mit Mädchen. Ich beschließe diesen Aufsatz, ohne zu glauben, daß ich meine Aufgabe zu Ende geführt. Viele meiner Behauptungen werden Widerspruch finden. Ich habe sie nicht mit dem Schild der Gründe zu schützen vermocht, die ich für dieselben anführen konnte. Vor Allem wünsche ich jedoch, daß die ausgesprochen Gedanken Pädagogen und Schulmännern und insbesondere Vätern und Müttern Anregung geben mögen, die wichtigen Fragen, die hier nur angedeutet werden konnten, zum Gegenstände ihres eigenen Nachdenkens und ihrer eigenen Prüfung zu machen.