Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1858
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 31)
- Language
- German
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27 ans Ziel ihres Ideals gelangt sind. Beklagt euch aber auch dann nicht, wenn ihr in ihnen jede Selbstanregung zu einem höheren und edleren Streben als zur Verwerthung ihres Thuns für ihre Person an ihnen vermißt; wenn geistige und sittliche religiöse und vaterländischen Interessen ihnen fremd und gleichgültig bleiben; beklagt euch nicht, wenn sie in selbstgenügender Beschränktheit nicht nur den edleren Regungen des Gemüthes selbst unzugänglich sind, sondern Aufopferung für Thorheit, Begeisterung für Schwärmerei, Selbstverleugnung für Unklugheit erklären. Ihr habt tüchtige Geschäftsleute aus ihnen bilden wollen, das sind sie; aber ihr habt darüber den Menschen vergessen und das straft sich. — Eben so wenig kann es den allgemeinen Zwecken der Schule und den Grundsätzen einer gesunden Pädagogik entsprechen, dem vorbereitenden Unterricht für den künftigen Beruf auch in der für denselben bestimmten Erziehung schon eine entschieden praktische Richtung zu geben, d. h. den Zögling dasjenige zu lehren, was er direkt in seinem künftigen Berusskreis und nur in diesem auszusühren haben wird. Denn das heißt nicht nur die Schule zum Anfang der Lehrzeit für das praktische Geschäft des Zöglings machen, sondern ihn überhaupt aus der Sphäre der Schulbildung und Erziehung in die Region der Praxis hinüberführen, ehe er noch für dieselbe reif und bestimmt ist; und es wird die wahrscheinliche Folge dieses Bestrebens sein, daß die Schule bei dem Hinzutritt solcher Elemente in ihrer Wirksamkeit die Kraft des versittlichenden Einflusses auf ihren Zögling zu verlieren beginnt. Denn diesen vermag sie nur bei strenger und consequenter Wahrung ihres Standpunktes, d. h. bei dem Festhalten an der Aufgabe einer allgemeinen, nicht aus einen speziellen Zweck gerichteten Bildung und Erziehung des ganzen Menschen zu erhalten. Wenn aber diese Verirrungen der Verfrühung, der Einseitigkeit und der sogenannten praktischen Zwecke vermieden werden, so bietet die Vorbildung für den künftigen Beruf sehr bedeutsame Momente der sittlichen Erziehung dar. Denn