Einladungsschrift zu der auf den ... festgesetzten öffentlichen Prüfung der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der auf den ... festgesetzten öffentlichen Prüfung der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1855
- Date
- 1855-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Eiele Schulmänner haben die Erfahrung gemacht, daß die gediegene intellektuelle und noch mehr die sittliche Bildung der Mädchen mit grvßern Schwierigkeiten, als bei den Knaben zu kämpfen habe, daß namentlich der Hang zur Frivolität, der Mangel an sittlichem Ernst und an Wahrbaftigkeit, die Neigung zum Widerspruch, zur Verdrehung und Entstellung der Worte des Lehrers, seines Verfabrens und seiner Absichten, daß Klagen wegen angeblicher Partheilichkeit und die Nahrung gehässiger Gesinnungen gegen den strengen und gewissenhaften Lehrer nicht zu den seltenen Erscheinungen gehören und den Erfolg der Bemühungen desselben oft vereiteln. Ein Pädagog hat die Ansicht ausgesprochen, daß der Grund dieser Erscheinung in dem Mangel an Gewissenhaftigkeit und Gerechtigkeitsliebe bei den Mädchen zu suchen sei. Wir glauben diesem Ausspruche beistimmen zu müssen und die Ursache dieses Mangels in dem, in der weiblichen Erziehung herrschenden Geiste zu erkennen. Welches sind die Mittel, die man gewöhnlich anwendet, um die bei dem Weibe so mächtige Gewalt des verlockenden Beispiels zu bekämpfen, dem Mädchen die Kraft des Widerstandes, die zu seiner Sicherheit so nothwendig ist, zu geben? Es ist die Scheu vor der Meinung. Wir wollen die Mütter deshalb nicht tadeln. Es ist allerdings wahr, in allem, was nicht unmittelbar die Moral berührt, haben die gesellschaftlichen Gebräuche ein Gesetzbuch des Schicklichen aufgestellt, von dem das Weib sich nicht ungestraft entfernen darf. Wir wollen daher den Mädchen Achtung für die Verbote der Meinung ein-