Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1843
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 16)
- Language
- German
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Grund gelegt hat. Als Lehrer zeichnete sich Creizenach durch die höchste Klarheit und Bestimmtheit des Vortrages, durch große Gewandtheit und praktischen Blick aus. Die Liebe der Schüler besaß er in hohem Grade, so wie sein allseitiges Wissen ihnen die höchste Achtung einflößte. Was er als Familienvater, als Freund, als Mensch war; wie er, dem die Zeit so kostbar und die Muße, über die er zu gebieten hatte, so gering war, sich stets bereitwillig zeigte, seine Stunden zu opfern, wenn es das Wohl seiner Glaubensgenossen galt, die Gründung von Anstalten und Vereinen zur äußern und innern Verbesserung jeder Art, oder zur Milderung der Noch und Dürftigkeit; mit welcher Freundlichkeit der Vielbeschäftigte jeden Bedrängten aufnahm, der sich an ihn wandte; wie er, der die strengsten Anforderungen an sich machte, der Nachsichtigste in Beurtheilung Anderer war; wie sein Witz und sein reicher Humor entfernt waren von Allem, was Andere verletzen konnte — dieses darzustellen würde die Grenzen dieser, seiner Erinnerung gewidmeten flüchtigen Zeilen überschreiten und muß seinem Biographen überlassen bleiben. Sein Andenken kann niemals in dem Gedächtnisse und den Herzen derer erlöschen, die seines nähern Umgangs genossen haben. Indem wir seinen Vertust innig beklagen, gereicht uns der Gedanke zur Befriedigung, daß in einer Gemeinde, die so bereitwillig ist, jedes Opfer zu bringen, wenn es die Erhaltung und Vervollkomnung ihrer Bildungsanstalten und die Erwerbung der tüchtigsten Männer für dieselbe gilt, auch dieser Verlust, in so fern er die Schule betroffen, auss Beste ersetzt werden wird. Dem vielbegabten Sohne des Verewigten, Hr. Dr. Theodor Creizenach, der bereits früher einigen Unterricht in der Schule ertheilte, ist eine größere Stundenzahl übertragen und dadurch dessen Talenten eine größere Wirksamkeit an unserer Anstalt eröffnet worden. Im Betreff der Mädchenschule freuen wir uns, den verehrten Aeltern eine wichtige Verbesserung berichten zu können, die dieselbe erfahren hat: sie besteht in der Anstellung eines gebildeten Frauenzimmers zur Beaufsichtigung sämmtlicher Schülerinnen in Allem, was die Sittsamkeit, den Anstand und den guten Ton betrifft. Zwar haben wir keine Ursache, über unsere Mädchen zu klagen, vielmehr können wir mit voller Ueberzeugung versichern, daß ein guter,