Einladung zu der am ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladung zu der am ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1840
- Date
- 1840-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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6 lung vom Kinde fordert. So verschwindet der Gehorsam aus der Erziehung und mit demselben die erste Bedingung aller andern guten Gewohnheiten. Zu dieser Veränderung im Familienleben gesellt sich noch ein anderer, nachtheilig wirkender Umstand. Der Grund des Gehorsams muß in der ersten Erziehung gelegt werden. Diese befindet sich in den Händen junger Frauen, die ohne einen Begriff von der Erziehungskunst zu haben, in den Ehestand treten und nun, ohne alle methodische Anleitung und Erfahrung, ihrem besoudern Naturell und dem, was sie zufällig von dieser und jener Freundinn hören, folgend, das. wichtige Erziehungsgeschäft beginnen. Mit dieser Unkunde verbindet sich oft sittliche Schwäche und eine Weichlichkeit, die jede unangenehme Empfindung scheut und lieber alles gewährt und nachgibt, als sich in einen Kampf mit den Kleinen einläßt, in welchem diese zuletzt dennoch den Sieg davon tragen; je mehr die Kinder, besonders die Knaben heranwachsen, desto schwerer wird es der Mutter mit beharrlichem Ernst zu gebieten und zu wehren. So wurzeln die fehlerhaften Neigungen, die in der Geburt leicht erstickt werden konnten, immer tiefer und werden zu unvertilgbaren Eigenheiten des Karakters. Vergebens bietet man in der Folge Belehrung und Ermahnung auf, die versäumten guten Angewöhnungen hervorzurufen; der Verstand weiß denselben Einwendungen entgegen zu stellen und der Knabe setzt sich, wenn die Furcht der Entdeckung und Bestrafung nicht in , der Nähe schwebt, über dieselben hinweg. Dlesem tief eingedrungenen Uebel abzuhelfen möchte eine unlösbare Aufgabe sein. Vielleicht können folgende Vorschläge etwas zur Abhülfe dieses Gebrechens der sittlichen Erziehung beitragen.