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Einladung zu der am ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde · 1840-01-01 · 1840 · p. Seite 5

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Journal
Einladung zu der am ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1840
Date
1840-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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5 und die Tugend des unbedingten Gehorsams gegen die .väterlichen Befehle ward von den Kindern beständig geübt. War aber dieser Gehorsam einmal zur Gewohnheit geworden, so war der Grund gelegt, auf welchen andere sittliche Gewohnheiten mit sicherm Erfolg gebaut werden konnten. Der Knabe hatte eine einfache Richtschnur seiner Handlungen, die in erlaubte und verbotene getheilt waren; die Versuchungen stellten sich ihm in ihrer einfachsten Gestalt dar, und indem er sich übte, sie zu überwinden, gewannen der Wille und der Karakter Festigkeit und Energie. Aber mit der Verfeinerung des Lebens, mit den gesteigerten Genußmitteln und Zerstreuungen hat das häusliche Leben viel von seinem magischen Reize verloren; der Sinn für dasselbe wird immer seltner. Die Aeltern, besonders aber die Väter, sind nicht mehr so viel um ihre Kinder und beschäftigen sich weniger mit der Erziehung derselben. Dadurch ist die väterliche Gewalt schwächer geworden, und die Strenge des Gehorsams und der Zucht hat abgenommen. In den wenigen Stunden, wo die Väter mit den Kindern zusammen sind, wollen sie sich derselben freuen und sich diese Freude durch eine Strenge, an die sie nicht gewöhnt sind, nicht verderben; besonders suchen die Mütter alles zu beseitigen, was dem Vater den Familienkreis unangenehm machen könnte; sie suchen ihnen die Unarten der Kinder zu verbergen oder sie zur Nachsicht zu bewegen. Bei den Mädchen mischt sich noch die mütterliche Eitelkeit ins Spiel, die sich durch jeden Tadel der Töchter verletzt fühlt. So wird schwache Nachgiebigkeit immer allgemeiner; man will die Kinder überzeugen, da, wo man gebieten, überreden, wo man Zwang anwenden, bitten, wo man befehlen sollte. Man vergißt, daß der unpassendste Angenblick die Schicklichkeit einer Handlung zu discutiren, der ist, wo man diese Hand-

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