Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1839
- Date
- 1839-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9643689-7657470--064-7657473- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ehrgeiz und Eitelkeit sind seit längerer Zeit diejenigen Gemüthsbewcgungen, welche in größer», und mehr noch in kleinern Anstalten, am häufigsten als Mittel, zum Flriße und Lerneifer anzuspornen, in Anwendung gebracht werden. Die Ermahnungen der Prädagogen und Sittenlehrer gegen den unbehutsamen Gebrauch dieser Triebfedern find unbeachtet geblieben, weil man kein anderes Reizmittel ausfindig zu machen wußte, das, bei einem scheinbar so glücklichen Erfolge, eine so leichte und allgemeine Anwendung zuließ. In den neuern Zeiten, wo die Anforderungen an Lehrer und Schüler fich so sehr gesteigert haben und die Vermehrung der Anstalten einen, fast leidenschaftlichen Wetteifer hervorgerufen hat, hat der Gebrauch dieser geistigen Jrritabilien, dem Umfange und dem Grade nach, fich dergestalt erweitert, daß eine gewöhnliche Dosis ber-eits ihre Wirkung verloren zu haben scheint. Aber nicht bloß Lehr- und Erziehungsanstalten, auch die häusliche Erziehung, welcher doch so manche andere, der Individualität des Zöglings entsprechende Erregungsmittel zu Gebote stehen, setzt kaum eine andere Triebfeder zur Bewegung der geistigen Kräfte in Thätigkeit. Und Eitelkeit mehr noch als.eigentlicher Ehrgeiz ist der beständige Leitstern der Ämtern im Erziehungsplane der Kinder, besonders der Töchter, der Preis und die Lockspeise, durch welche sie den Willen aus seiner Trägheit aufzurütteln, und einen, freilich erkünstelten Eifer zu erregen suchen. Die verschiedenen Kenntnisse werdey nicht nach dem Grade ihrer Wirksamkeit zur Stärkung der Denkkraft, zur Be- 1*