Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1838
- Date
- 1838-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
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10 er lebte, keinen günstigen Boden fand, so leuchtet er doch den Vielvermögenden seiner Glaubensgenossen stets als ein großartiges Vorbild. Im südlichen Deutschlande war es der Frankfurter Gemeinde Vorbehalten in der Verbesserung des Schul- und Erziehungswesens die Bahn zu brechen und dessen totale Umgestaltung zu bewirken. Zwar schien die im Norden ftattgehabte Bewegung des Geistes in Frankfurt spurlos vorübergegangen zu sein, ja nicht einmal der Unterricht in den heiligen Schriften machte sich von der geheiligten Planlosigkeit frei. Bei der, durch die gesetzlichen Zurücksetzungen erzeugte größere Abgeschiedenheit mußten die herkömmlichen innern Autoritäten und Zustände eine zähe Beharrlichkeit und Abgeschlossenheit gewinnen, die alles Fremdartige von sich abftieß. Der in der engumgränzten Abgeschiedenheit niedergedrückte Geist fand in der eigenthümlichen Ideenwelt, in der er sich bewegte, Trost und Befriedigung und bei der Ausschließung von den meisten Zweigen der bürgerlichen Gewerbsthätigkeit war vielleicht die bestehende Erziehungsweise den Verhältnissen angemessen. Konnten doch, je weiter man von der europäischen Bildung entfernt blieb, um so weniger herzzernagende Wünsche rege werden, uud das, womit man den Geist der Jugend beschäftigte, verdankte seinen Werth nicht sowohl seiner Brauchbarkeit, als der Gottgefälligkeit und Heiligkeit, die man dieser Beschäftigung an und für sich beilegte. Hier konnte der Impuls zur Reform nicht von der Wissenschaft, sondern nur vom Leben ausgehen. Erst mußten die Geister die Schwungkraft erhalten, sich aus dem gewohnten Drucke zu erheben und eine Befreiung von den Fesseln ihnen wenigstens als eine, wenn auch noch in der Ferne schwebende Hoffnung sich zeigen, ehe das Bedürf-