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Yediʿot shel Irgun Yotsʾe Shlezyah ʿIlit be-Yiśraʾel · 1965-12-01 · No. 3 (Dezember 1965) · p. Seite 2

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Journal
Yediʿot shel Irgun Yotsʾe Shlezyah ʿIlit be-Yiśraʾel
Volume
1965
Issue
No. 3 (Dezember 1965)
Date
1965-12-01
Page
Seite 2 (sequence 3884)
Language
German
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Liebe Freundei Zunächst darf ich mit Befriedigung fessteilen, dass der Besuch unserer offiziellen, doch zwangslosen Zusammenkünfte, die, wie immer, an jedem 1. Montag nach dem jeweiligen Monatsersten, im Caffö “NIZZA” T.-A. Allenbystr. stattfinden, trotz der heissen Sommermonate ein stärkerer, als im Sommer des vergangenen Jahres war. Dies beweist, wie stark doch das Zusammengehörig - keitsgefühl unter den ehemaligen Oberschlesiern ist. Im Monat Mai hörten wir einen Vortrag, mit dem es was besonderes auf sich hatte. Der in London ansässige Bruder unseres langjährigen Mitgliedes Max Guttmann, hat uns das in seinem Besitz befindliche Original-Manuskript eines in den frühzwanziger Jahren erschienenen Artikel aus der Feder des bestbekannten oberschlesischen Geschichts-u. Rechtswahrer, Justizrat Immerwahr, Gleiwitz stammend, zur Verfügung gestellt, welchen M. Guttmann auf Tape-Recorder aufgenommen und uns zu Gehör gebracht hat. Der Vortrag hat jedoch an Aktuellität nicht vorloren, und zeugt von wirklicher Kenntnis der “Geschichte der Juden in O/S.”, noch aus den Zeiten des “Alten Fritz”. Juden waren damals in O/S hauptsächlich Schankwirte und Handwerker, aber auch die Schrittmacher der später entstandenen oberschlesischen Schwerindustrie. Herr Schöngut, unser Präses dankte Herrn Guttmann für die Gestaltung des Abends. Im Monat Juni sprach auf unseren Zusammenkunft Herr Ludwig Benda, - Lugano, fr. Kattowitz über das heisse Thema: “Juden in Deutschland heute”. Die Ausführungen waren in gewissen Sinne interessant. An einer anschliessenden Diskussion beteiligten sich Herr Meitlis und Frau Eüi Schindler, eine “Kampfgenossin” des Vortragenden aus der zionistischen Arbeit in O/S. Aus techn. Gründen, musste das für die Sukkoth-Zwischenfeiertage geplante Landestreffen, für welches TA. die Vorbereitungen treffen sollte, ausfallen. Dafür beschäftigten wir uns mit den Vorbereitungen, zu der “10-Jahres feier” unseres Verbandes, welche, wie Sie durch die Ihnen zugesandte Einladung wohl erfahren haben, am 22 JDez. er. im Cafö “Thcheleth” T.-A stattfindet. (Siehe Inserat). Ausser der Veranstaltung imDezember, sieht unser weiterer Arbeitsplan wie folgt aus: Im Januar ein Vortrag, wahrscheinlich v. Prof. Dr Wislitzki, fr. Kattowitz über “Reise eindrücke einer Japan-Reise. Im Februar findet d. fällige Generalversammlung unserer Ortsgruppe mit Neuwahl des Vorstands statt und im März steigt unser traditioneller Purim-Ball. (Genaues wird noch bekannt gegeben). Zum Jahreswechsel gingen der Ortsgruppe T.-A. viele Gratulationen ehemaliger Oberschlesier, aus den verschiedensten Teilen der Welt zu. Der Kontakt ist wohl hauptsächlich dadurch entstanden, dass wir soweit uns Adressen bekannt waren, das vom Landesverband herausgegebene “Mitteilungsblatt ehemaliger Oberschlesier in Israel” an diese versenden konnten. An dieser Stelle muss ich leider mit grosser Betrübnis feststellen, dass die Rundschreiben, in welchen wir um Spenden für unseren Elternheim-Fond baten und die wir anlässlich “Rosch ha schanah” sowohl ins Ausland, als auch im Innland versandten, kein allzu grosses Echo fanden. Gewiss sind einige Spenden eingegangen, aber dies alles ist nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Wir vermissen hier die grosse Gebefreudigkeit, die doch das oberschlesische Judentum immer so sehr ausgezeichnet hat. Bedenken Sie liebe Freunde, nicht alle unsere Landsleute hier, leben in ausreichenden Verhältnissen und wir wollen und müssen unsere soziale Tätigkeit ausbreiten. Deshalb rufe ich allen ehemaligen oberschlesischen Juden zu: Spendet reichlich für den guten Zweck, “Eure Spende zum Segen der Bedürftigen”. Bericht der Ortsgruppe Haifa Sommerzeit, — Sommerferien — Reisen beinträchtigten unsere Tätigkeit. Trotzdem gelang es uns auch während der Israel-Sommermonate fast regelmässig unsere geplanten Zusammenkünfte, z.T. gemeinsam mit Freunden aus dem Kreis ehemlg. Breslauer durchzuführenEin Lichtbüdervortrag mit Erläuterungen und musikalischer Untermahlung, führte uns zu einer Fahrt von Basel den Rhein entlang bis Rotterdam. Begeisternd lauschten die Anwesenden , Bild und Wort und anhaltender Beifall galt als Dank dein Vorführer, unserem Willi Preis. — Eine sehr gut besuchte Veranstaltung war auch der Vortrag von Herrn Chanan Prinz, Bialik, über das Thema: “Siedlungen u. Formen in Israel”. Zu Beginn dieser Zusammenkunft, gedachte der Vorsitzende des Todes von Martin Buber. Zufällig anwesende Gäste aus Chile, Argentinien u. auch England, berichteten vom Leben der Juden in diesen Ländern. Im Monat Aug. hörten wir durch Vermittlung von Herrn Löwenberg (ehemlg. Breslauer) Herrn Dr. Ch. Mayer, Haifa, über das Thema: Der Monat Aw in alter u. neuer Zeit Eine interessante Aussprache beschloss diesen Abend. Wegen techn. Schwierigkeiten mussten die Treffen im September u. Oktober ausf allen. Zum Jahreswechsel 5726 sandten wir allen Mitgliedern u. Freunden persönliche Gratulationen, im eben erschienen Moadim-le-simcha- Umschlag, welche viel Anerkennung fanden. Zu d. obigen Veranstaltungen, wurden jeweils Widmungen u. Erinnerungen an die Städte: Guttentag u. Oppeln, von Herrn Apotheker Benda, Haifa vorgelesen u. stark applaudiert. Wir möchten auch von hier aus, dem Ehepaar G. Fränkel, sowie Frau Mach herzlichen Dank aussprechen für die so liebenswürdige zur Verfügung gestellten Wohnungen mit Bewirtung, anlässlich unserer div. Vorstandssitzungen. Am 21-Nov. fand eine Versammlung statt. Alterspräsident Herr Perl eröffnete und begrüsste die Anwesenden, darunter einige neue Mitglieder u. Gäste. Der Vors, gab einen Tätigkeits-Bericht über das letzte halbe Jahr ab u. wies besonders auf die 10 Jahresfeier unseres Verbandes hin, die am 22.12. in Tel-Aviv, Cafe Tcheleth” stattfindet. Das Erscheinen unseres Mitteilungsblattes hat sowohl im Inn-als auch Ausland viel Beachtung gefunden, zahlreiche Mitglieder berichten von “Neuen Verbindungen — Alter Bekannter”, die sie durch das Blatt gefunden haben. Ein Grund zum Mitarbeiten u. weiterer Gestaltung unseres Blättchens. Wir danken an dieser Stelle unserem freiwilligen Mitarbeiter Herrn Zwi Karliner, Shaar Chefer (Sohn unseres J. Karliner) für die uns zur Verfügung gestellten Artikel: Ruth-Mirjam/ Mirjam-Ruth, sowie dem heut erschienen “Nur eine geflochtene Kerze“. J. K. Die Ortsgruppe Haifa gratuliert Frau u. Herrn Badrian Haifa-Carmel recht herzlich zur Hochzeit ihrer Tochter, sowie Frau Blandowski zur Hochzeit ihres Sohnes. Herzliches ”Masel-Tow” Frau Ruth Schmidt, aniässl. der Geburt ihrer Enkelsöhne desgleichen der Ur-Grossmutter, Frau Else Wiener, Haifa, fr. Oppeln. JAK. Unserer Mitbegründerin Frau ELLI SCHINDLEB, geb. Brandt fr. Kattowitz-Beuthen herzliche Glückwünsche zum 65. Geburtstag. Ad meah w esrim!! Vorstand d. Ortsgruppe T.-A Herrn HANS HERZFELD Sde-Warburg/fr. Beuthen, Herzliche Glückwünsche zum 70. Geburtstag Ad meah w esrim Der Vorstand der Ortsgruppe TA. 100 fahre Katfowitz Am 11 September 1965 ist Kattowitz 100 Jahre alt geworden. Bei dieser Gelegenheit soll die Mitwirkung der jüdischen Bevölkerung beim Aufbau der Stadt Kattowitz auf allen Gebieten nicht unerwähnt bleiben. Auf kulturellem Gebiet ist zunächst zu erwähnen, dass dort im Jahre 1884 der erste zionistische Weltkongress der “Chowewei-Zion” stattgefunden hat. Ferner gab es in Kattowitz eine Bnei-Brith Loge, jüdische Sportvereine, die grosse Synagoge mit Gemeindehaus im Zentrum der Stadt, einen jüdischen Handwerkerverband und in den 30er Jahren auch einen jüdischen kaufmännischen Verband, eine jüdische Schule unter Aufsicht von Prof. Dr. Vogelman, z. Zt. Rabbiner in Kyriat Motzkin, und Rabbiner Dr. Chameides, der von den Nazis umgebracht wurde. Unter den bekannten Ärzten sollen auch erwähnt werden: Dr. Proskauer, Dr. Kahn usw. Der berühmte Schriftsteller Arnold Zweig ist auch ein gebürtiger Kattowitzer. Auf ökonomischem Gebiet sind zu erwähnen: die Eisen-Exportfirmn Gebr. Altman, Nothman, Mrachatz und Eisenwaren-Liebermann. Bedeutend war die Firma SUberstein im Kohlenvertrieb sowie Goldstein & Co. Das bekannte und beliebte Hotel mit Kaffeehaus "MONOPOL”, Hotel “RESI¬ DENZ” — Inhaber Familie Lustig, SAVOY HOTEL Inh. Egon Zeraik, CENTRAL HOTEL Inh. Gruenpeter und HOTEL WIENER HOF Inh, Wiener. Das grösste Kino der Stadt, das “RIAL- TO”, war auch in jüdischen Besitz und wurde von Herrn Berthold Kochman gegründet. Kattowitz hatte auch mehrere schöne und elegante Warenhäuser, deren Gründer ebenfalls Juden waren, wie zB. Gebr. Barasch, Gebr. Marcus, "Bobrek” und in den letzten Jahren “Wollworth ” Inh. Isaak Zimber. Rauchwaren, führend Jakob Millner, ebenfalls Schuhwaren Heitner, Kaufmann, Kochmann. Die welbekannte Speditionsfirma Weichmann mit unzähligen Filialen. Die Schokoladefabrik Schlesinger war berühmt. Die Gründer der ersten Mühlen waren Fiedler und Glaser, ferner Weichmann. Wir erinnern uns an die Konfektion und Textilhäuser der Firmen “Steinberg”, “Gruenthals Wwe.”, “Gebr. Rund” und “Bender”. Die Textilfirmen “Textil” Hugo Lipschitz, Benno Kutner, Königsberger u. Grabowski, Kurzwarenengros Gebr. Schindler und Gebr. Gruenpeter wie auch Berthold Kochmann und L. Rottenberg. In den Jahren 1918 bis 1922 hat die jüdische Bevölkerung während der Aufstande schwer gelitten. Juden wurden überfallen und misshandelt, ein Teil flüchtete ins innere Reich u. mussten all ihr Hab und Gut zurücklassen. Gleichzeitig wandelten mehrere tausend Jugendliche aus dem Osten illegal nach Kattowitz ein, und wurden mit Hilfe einiger dort wohnhaften Zionisten nach Palästina weiterbefördert. Nach Einmarsch der deutschen Truppen im September 1939 wurde die Synagoge von der Gestapo gesprengt und das jüdische Vermögen beschlagnahmt. Im Oktober 1939 wurden alle jüdischen Männer im Alter von 13 bis 60 Jahren ausgesiedelt und in Transporten unter Aufsicht der Gestapo nach Nisko vertrieben. Einige Monate später wurden die Frauen, Kinder und alte Leute nach Polen ins Ghetto deportiert, wo sie umgebracht wurden. Unter diesen Opfern waren Einige, die die höchste Tapferkeitsauszeichnung aus d. Ersten Weltkrieg trugen. Viele ehemalige Kattowitzer, die die Nazihölle überlebt haben galangten später, zum grössten Teü über Deutschland nach Israel und gründeten hier im Jahre 1955 den Verein ehern. Kattowitzer, L. R. 2 HEIKO. 14, 'zn

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