Yediʿot shel Irgun Yotsʾe Shlezyah ʿIlit be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun Yotsʾe Shlezyah ʿIlit be-Yiśraʾel
- Volume
- 1965
- Issue
- No. 2 (Mai 1965)
- Date
- 1965-05-01
- Page
- Seite 5 (sequence 3881)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/7413542-7413543-7413548--12-7413553- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
und wieder zurueck. “Mit wem bin ich eigentlich verheiratet?” stiess er muehsam hervor. Und abends sassen sie um einen festlich geschmückten Tisch. Noch am Nachmittag kauften sich Ruth und Mirjam die gleichen Kleider, bestellten einen Photographen für den Abend. Ihre eigenen Männer konnten sie schwer auseinander halten. Ruths und Mirjams Kinder erklaerten dieselbe Mutter zu haben. Zvi Kraemer klopfte an der Tuer, Mirjam oeffnete. “Schalom Ruth”, begruesste er sie. Sie lachte. “Ich bin Mirjam”. Auch Zvi Kraemer lachte laut auf. “Wenn Sie in die Bank kommen, so nennen Sie bitte ihren Namen, sonst belaste ich noch ein falsches Konto.” Artur Silbergleit zum Gedenken Als Sohn eines Fotografen am 26.5.1881 in Oleiwitz O/S. geboren, war er zunächst Banklehrling in Gleiwitz u. Breslau, Später war er als freier Schriftsteller in Berlin tätig, wohin er, von keinem geringeren als Martin Buber, der rechtzeitig das grosse Talent erkannte, geholt wurde. Silbergleits Beziehungen reichten von Brod, Werfel, Hoffmannsthal bis zu den beiden Zweig’s. 1918 aus dem l.Weltkrieg, den er als Freiwilliger mitmachte, zurück, war er bis 1933 als Lektor bei der Berliner Funkstunde tätig. In den späteren Jahren bei Christi. Freunden versteckt, bis er 1943, fast erblindet n. Auschwitz deportiert wurde, von wo er nicht mehr zurück kam. Aus der Fülle seiner vielen Gedichte und Dichtungen, bringen wir anschliessend seinen “Hiob”: “Ich bin zu gläubig in die Welt gegangen Zu tief enttäuscht aus ihr zurückgekehrt. Aus allen Qualen trieb mich Heim verlangen: Herr, mach mich wieder Deiner Nähe wert! Jahrzehnte wie in einem Türm gefangen Blieb ich in mir, und keines Blitzes Schwert Und kein Vulkan liess mich erschüttert bangen. O Herr, zu streng hast Du mich Leid gelehrt! Elias Wagen wurde mein Gefährt, Von Purpurgluten, meinem Blut verklärt. In seinen Feuern lohten alle Flammen, Die Brände meiner Seelenwunden mit. Zu lange schien mich Stan zu verdammen. Nun lieb mich, Himmel, weü ich Höllen litt! ZWI GETZ „Aus der Geschichte Obenchlesiens" Otto Ulitz, 2. erweiterte Auflage 1963 Hereusgeber: Landsmannschaft der Oberschlesier e.V. Bonn, Kaiserstr. 173. Weit zurückgreifend wird die Entwicklung Oberschlesiens von Boleslaw Chrobry, Barbarossa, über die Herzog von Schlesien, Kaiser Karl’s dem IV, dem Dreissigjährigen Krieg, dem Beginn des 18.Jahrhunderts, wobei Maria Theresia nicht unerwähnt bleibt, die die Grafschaft Glatz u. O/S an Preussen abgetreten hat, zu Friedrich dem Grossen gezeichnet. Dann tauchen die Namen von Graf Hoym und Graf v. Reden auf, “mit denen die Entwickelung von Oberschlesien einen Aufschwung nimmt. “Eine furchtbare Typhus u. Ruhrepedemie in den Kreisen Pless u. Rybnik hat allein im Kreise Pless unter der ländlichen Bevölkerung 7000 Opfer gefordert”, die unterlassene Lösund der Bodenfrage war einer der schwersten Fehler Preussens”. “Nach der Aufhebung des Ghettozwanges errichteten die Juden in den grösseren Orten Synagogengemeinden u. ihre G’tteshäuser.” “Die Städte blühen auf, Oberschlesien steht unter dem Zeichen seines unterirdischen Reichtums”. “Korfanty zieht 1903 im Kampf gegen das Zentrum für den Wahlkreis Kattowitz — Zabrze in den Reichstag ein”. “1914 steht O/S in höchster Blüte”. “Die Oberschlesier vertragen sich untereinander ohne Unterschied der Nationalität, so lange sie nicht vernetzt winden. “Der Krieg 1914/18 mit seinen Verpflegungsschwierigkeiten bringt Gegensätze zwischen Stadt u. Land u. nach dem Zusammenbruch gibt es schwere Lohnkämpfe, in denen deutsche und. polnische Arbeiter Schulter an Schulter stehen”, 1920 übernimmt die Interallierte Regierungs und Plebiszitkommission die Verwaltung des Abstimmungsgebietes. Die Abstimmung selbst fällt zu Gunsten Deutschlands aus, doch wird das Land geteilt. DerNüerfasser stellt ganz kategorisch fest: “Keiner der Staatsmänner, der über O/S entschieden hat, hat jemals dieses Gebiet betreten, keiner hat die Geschichte u. die Bevölkerung gekannt, u. keiner von Ihnen fühlte sich gehemmt über das Schicksal dieses Raumes u. dieser Menschen zu bestimmen.” Die Gemischte Kommission mit Dr. F. Calonder an der Spitze war für die Überwachung der Durchführung der nach der Teilung von O/S in beiden Teilen geltenden Genfer Convention zuständig. “Die ehern, deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens haben sich immer zum Deutschtum bekannt”. (An vorderster Front stand Frau Rosa Speier. Anm. des Rezensenten.) “Nach Einmarsch der deutschen Trupen bei Kriegsbeginn widersprach die Behandlung der polnichen, jüdischen u. tschechischen Bevölkerung bei gesitteten Völkern feststehende Gebräuche, sie hat die Gesetze der Menschlichkeit krass verletzt.” “Der Jude war rechtlos, er war vogelfrei!...” die jüdischen Deutschen hatten an dem kulturellen, wirschaftlichen und sozialen Aufstieg der Städte im 19Jahrhundert wesentlichen, annerkannten Anteil”. “Das Niederbrennen der Tempel in einer der Nächte nach dem 4 September 1939 war das Fanal für die Ausrottung der jüd. Bevölkerung.” “Ein Einblick in das Schicksal oberschlesischer jüd. Familien erfüllt mit Grauen”. Im letzten, “Rückschau u. Ausblick” bezeichneten Teil erwähnt der Verfasser nochmal die Atlantic — Carter, die am 30Juni 1954 von Präsident Eisenhauer u. Premierminister Churchill bekräftigt worden ist und kommt zu der Konklusion: “Die Welt ist friedlos, weil sie rechtlos ist” und in einem “Bekenntnis zu einem Europa, in dem die Lebensrechte jedes Volkes, auch des kleinsten, gesichert sind”, schliesst dieses, jeden Oberschlesier bestimmt sehr interessierende u. viele Aufschlüsse gebende Werkheft, mit dem sich Dr. Otto Ulitz sehr viel Mühe gegeben hat. E. Sch. Eine Reise durch Polen ins ehemalige Oberschlesien Es ist ein eigenartiges Gefühl nach mehr als 25 Jahren die alten Stätten wiederzusehen, in denen man gelebt, seine Jugend erbracht hat und die einem so heimisch waren, dass man nicht nur die Städte und Dörfer wiedererkennt sondern auch Wege und Stege, Chausseen, Eisenbahnlinien etc. Um gleich vorwegzunehmen, die Konturen der Städte, die Wälder und Wiesen, die Wege sind geblieben, aber die Menschen fehlen. Die uns so vertrauten ehemalige Städtenamen exestieren nicht mehr und sind verständlicher Weise polonisiert, so auch mein letzter ARBEITSPLATZ. Rosenberg, der jetzt Oleszno heisst. Es sind andere Menschen, eine neue Bevölkerungsschicht aus Kongresspolen und Galizien ist eingezogen und nur ein kleiner Teil der ehemaligen Bevölkerung ist geblieben. Das güt für die nichtjüdische Vevölkerung. Die jüdischen Menschen sind alles neues Mensschenmaterial aus Polen, die in grösseren Städten leben in Breslau (Wrozlaw) oder Beuthen (Bytom). Dass nur ein kleiner TeU der Gemeinde angeschlossen ist, wird man verstehen, wenn man bedenkt, fia-« auch in Regierungsämtem und freien Berufen sich Jüden befinden, die keine Beziehungen zur jüd. Gemeinde unterhalten. Deshalb ist ihre Zahl auch schwer festzusteUen, sie wird mehr oder weniger genau geschätzt. Der Eisenbahnverkehr ist gut in Takt, was Schnelligkeit und Ordnung betrifft. Grosse Ueberlandautobusse verbinden die Dörfer täglich 2 bis 3 Mal mit den Gross- und Mittelstädten, sodass die Landbevölkerung ihre Erzeugnisse zum Markl bringen und dort in der Stadt wiederum ihre Einkäufe tätigen kann Das erspart dem Landwirt Kraft und Zeit und nimmt seine Pferde für lange Fahrten nicht ln Anspruch. Es ist neben der gemeinsamen Bearbeitung des Bodens durch Korporativen dem kleinen Bauern eine gewisse Selbständigkeit gelassen. Neben gut bebauten Feldern, saftig grünen Wiesen sieht man in Oberschlesien die Bergwerke arbeiten. Die Halden zeigen das alte Gesicht und es sind auch viele gelernte Arbeiter von früher dort geblieben, da man auf sie nicht verzichten kann. Die Kohle ist auch heute die wichtigste Rohstoffbasis für die Schwerindustrie der Stadt Beuthen geblieben. Die vom Kriege nur wenig zerstörte Stadt hat ihre Bedeutung als Mittelpunkt der oberschlesischen Schwerindustrie beibehalten. Das Bild der Stadt hat sich in den letzten Jahren wenig verändert. — Seit 1945 haben die Polen mit dem Neubau zahlreicher Industrie und Verwaltungsgebäude begonnen aber den Wohnungsneubau fast völlig vernachlässigt. Gewiss sind am Stadtrand in den letzten Jahren Wohnsiedlungen gebaut worden das gilt auch für Breslau und auch Mittel und Kleinstädte aber das Material und die Ausführung der Bauten sind denkbar primitiv. Es sind Wohnblocks um die herum oft grosse Schrebergärten angepflanzt sind, wo jeder Anwohner sein Gemüse, sein Obst etc züchtet, was als gute Grundlage der einfachen Ernährung dem Proletarier zu Gute kommt. Wenn man aber doch trotz reichlicher Lebensmittel immer wieder Torim beobachten kann, die insbesondere am Wochenende sehr gross sind und die eiserne Disziplin eingehalten werden, so hat das 2 Gründe. 1. der Personalmangel an Verkäufer. 2. Verteilungen zu verbilligten Preisen, bei denen es sich lohnt die Mühe und den Kraft ui Zeitaufwand zu machen. Jüdisches Leben erschöpft sich im Besuch der Gottesdienste, bei denen im Verhältnis zur jüd. Bevölkerung ein anz kleiner Prozentsatz erscheint. An den Jamim Noraim soll es besser sein. Es gibt in Wrozlaw ein jiddisches Theater und einen Klub, die am Freitag abend ihre Aufführungen bezw. (Fortsetzung Seite 6) DIE MODENHÄUSER die Ihr Vertrauen rechtfertigen. ★ SPEZIALABTEILUNG für modische Strickwaren enter Fabrikanten. iuanir Tel-Aviv: Allenby Road 31 * Dizengoffstr. 129 Hotel Dan * Hotel Sheraton Haifa: Dan Carmel Hotel H e r z 1 i a: Accadia Grand Hotel Lod: am Flugplatz S