Mannheim
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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1986-01-01 · No. 51 (1986) · p. Seite 6

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(Fortsetzung von Seite 5) dialausschuss der Reichsvertretung der deutschen Juden (Berlin) an. In Amerika wirkte er bis 1970 sechsundzwanzig Jahre lang als Rabbiner in Millburn. Daneben war und ist er in New York mit zahlreichen jüdischen Organisationen und Institutionen verbunden. Das gilt seit 1955 insbesondere für das Leo-Baeck-Institut, dessen internationaler Präsident (New York /London/Jerusalem) er seit 1974 ist. Er ist Vorstandsmitglied der Würzweiler-Stiftung die den Namen des früheren Mannheimer Bankiers Gustav Würzweiler trägt, Präsidialmitglied des “Council of Jews from Germany” (London) und Vorstandsmitglied des “New York Board of Rabbis”. Gruenewalds jüdisch-wissenschaftliche Tätigkeit hat durch mehrere Ehrendoktorate und andere Auszeichnungen Anerkennung gefunden. Der Jubilar stammt aus dem oberschlesischen Königshütte und war 1925 Absolvent des Jüdisch-Theologischen Seminars in Breslau. Schon früh bekannte er sich zum Zionismus. 1975 sah er erstmals Mannheim wieder, wurde von Oberbürgermeister Dr. Ludwig Ratzel empfangen und nahm am Sabbatgottesdienst der Jüdischen Gemeinde teil. * PROFESSOR WILLIAM STERNS SOHN UND TOCHTER i. Der jetzt in Wien lebende zeitkritische Schriftsteller Dr. Günther Anders hat die Annahme des ihm zuerkannten Aindreas-Gryphius-Preises der Künstlergilde Esslingen/Württ. abgelehnt-Begründung„ die Differenz zwischen seiner politischen und philosophischen Tendenz und der Gilde sei so gross das es unangemessen wäre, wenn er einen Preis, der ihm aufgrund eines Irrtums oder einer Unkenntnis seiner Tätigkeit gewährt werden solle, annehmen würde. Der 1902 in Breslau als Sohn des bekante.nn Jugendpsychologen Professor Dr. William St(crn (1871—1938) geborene Autor hat in den letzten Jahren andere hohe Auszeichnungen akzeptiert, so 1978 den Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (München), 1979 den österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik und 1983 den Theolor-W.-Adorno- Preis der Stadt Frankfurt/M. Anders war 1933 über Frankreich in die U.S.A. emigriert und kehrte 1950 nach Europa zurück. II. Im “Bulletin” des Leo-Baeck-Instituts (70/1985; Jüdischer Verlag/Athenäum-Verlag, D-6240 Königstein/Taunus) veröffentlicht Eva Stern-Michaelis (Jerusalem), Anders’ Schwester, ihre „Erinnerungen an die Anfänge der Jugendalijah in Deutschland”. Darin wird, was interessant und wichtig ist, klar unterschieden einerseits zwischen der Idee der Jugendalijah (1932 durch die im Vorjahr heimgegangene Lehrerin und Künstlerin Recha Freier), andererseits der Gründung einer eigentlichen Jugendalijah-Dachorganisation 1933 in Berlin, genannt “ Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendalijah” durch die Autorin des vorliegenden Berichts, und schliesslich der Leitung der grossen Arbeit in Palästina durch die Amerikanerin Henrietta Szold (1876 — 1945). Diese war dazu 1933 in Berlin, wo sie sich zu Besuch aufhielt, durch Dr. Arthur Ruppin überredet worden. ★ Mit dem 1972 gemeinsam von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und dem britischen “Institute of Physics” gestifteten Max-Born-Preis, der abwechselnd einem deutschen und einem britischen Physiker verliehen wird, ist für 1985 Professor George Richard Isaak (Birmingham) ausgezeichnet worden. Er hat wichtige Entdeckungen auf dem Gebiet der globalen Schwingungen der Sonne gemacht. Born (Breslau 1882-Göttingen 1970), führend auf dem Gebiet der Relativitätstheorie und der Quantenmechanik, Nobelpreisträger des Jahres 1954, verlor 1933 seinen Lehrstuhl in Göttingen, wirkte bis 1953 in Edinburgh/Schottland und kehrte dann nach Deutschland zurück. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Bad Pyrmont. Sein wissenschaftlicher und publizistischer Nachlass befindet sich im Besitz der West- Berliner Staatsbibliothek. In diesem Zusammenhang erinnert man sich der (auch James Franck gewidmeten,) eindrucksvollen Gedenkausstellung des Jahres 1982 “Der Luxus des Gewissens”, die von Berlin nach Göttingen, Frankfurt und London wanderte. ★ Neuer Präsident des als jüdisch-wissenschaftliche Sammel. und Forschungsstätte bekannten New Yorker Arbeitszentrums des Leo-Baeck-Instituts ist Professor Dr. Ismar Schorsch, New York. Er wird damit der Nachfolger des jetzt 85jährigen aus Koenigshuette stammenden Dr. Max Gruenewald, des ehemaligen Rabbiners der Mannheimer jüdischen Gemeinde. Gruenwald hat das anspruchsvolle New Yorker Ehrenamt seit 1956 ununterbrochen mit grosser Hingabe ausgeübt, aber er bleibt, wie schon seit 1974, der internationale Präsident des Gesamtinstituts, das ja bekanntlich auch Arbeitszentren in Jerusalem und London unterhält. Schorsch, 1935 als Sohn von Rabbiner Dr. Emil Schorsch (1877—1936) in Hannover geboren, ist seit mindestens 17 Jahren Professor für jüdische Geschichte an dem konservativ eingestellten “Jewish Theological Seminary of America”. Seit geraumer Zeit gehört er auch dem Vorstand und —als Fellow — dem engeren Forschenkreis des New Yorker L.B.I. an. Seine wissenschaftliche Tätigkeit, insonderheit der neuzeitlichen deutschjüdischen Geschichte und der modernen Wissenschaft des Judentums gewidmet, erfreut sich besonderer Wertschätzung. * IN TARNOWITZ, BEUTHEN UND “ DAENEMARK: VATER SOHN MELCHIOR Die Juden in Dänemark begingen Ende 1984 das 300jährige Bestehen der ältesten Synagoge des Landes. Am 16. Dezember 1684 war in Kopenhagen im Hause von Meyer Goldschmidt, einem aus Deutschland stammenden Kaufmann, der sich in Dänemark niedergelassen hatte, mit königlicher Einwilligung die erste Synagoge eingerichtet worden. Damals zählte Kopenhagen 11 jüdische Familien. Erst 1694 erhielten die sefardischen Juden die Erlaubnis zum Bau einer Synagoge. Die Grosse Synagoge, in der jetzt der Gedenkgottesdienst statt fand, stammt aus dem Jahre 1833. Dem von Rabbiner Bent Melchior geleiteten Gottesdienst wohnten auch führende Vertreter anderer skandinavischer Länder bei. Die von Joseph Samson, Kopenhagen, gestiftete neue Sefer Thora (mit Silberschmuck, entworfen von Arje Griegse) wurde in feierlicher Prozession in das Gotteshaus getragen. Der Thoraschild gilt der Erinnerung an die Eltern des Rabbiners: Der Vater, Dr. Marcus Melchior (Frederieia /Dänemark 1894 — Kopenhagen 1969), 1921 Absolvent des orthodoxen Berliner Rabbiner- Seminars, war 1922/23 in Tarnowitz/Oberschlesien und fungierte 1925/34 im gleichen ehemals deutschen Landesteil in Beuthen. Ausser dem Gedenkgottesdienst, in dessen Verlauf auch an die Rettung der meisten dänischen Juden (während des Zweiten Weltkrieges) nach Schweden erinnert wurde, fand, in Anwesenheit der dänischen Königin, ein Konzert statt (mit dem amerikanischen Geiger Isaac Stern als Solist), und in zwei Ausstellungen wurden jüdische Tradition im jüdischen Haus und jüdische Kunst während der vergangenen 300 Jahre gezeigt. ★ DIE ..HABONIM” IN NEW YORK JUBILAEUM DER FLUECHTLINGSGEMEINDE New Yorks “ Congregation Habonim”, die älteste der von jüdischen Flüchtlingen und Emigranten aus Nazi-Deutschland gegründeten Gemeinden, begeht im März/April mit einem Fest- und Gedenkgottesdienst und noch anderen Veranstaltungen ihr 45jähriges Bestehen. Genau genommen, begann sie ihre Aktivitäten schon am 10. November 1939, das heisst auf den Tag ein Jahr nach den berüchtigten Novemberausschreitungen von 1938. Diese liberale Gemeinde, die mittlerweile bereits mehreren Generationen dient immer wieder ihre Attraktion auch auf die Jugend auszuüben versteht und, im übrigen, für ihre Mitglieder ein vielgestaltiges soziales Leben pflegt, verdankt ihre Entstehung, ihre Entwicklung und ihr Niveau vor allem der Tatkraft ihres ersten und langjährigen Rabbiners, nämlich Dr. Hugo Hahn, früher Essen/ Ruhr, der bis 1965 bei “Habonim” amtierte und 1967 in New York heimging. Er und ein kleiner, kongenialer Kreis um ihn bauten “Habonim” auf. Seit 1958 besitzt die Gemeinde üir eigenes Synagogengebäude, in dem sich auch Schule und Bibliothek sowie Verwaltungs- und Gesellschaftsräume befinden. Bei der Einweihung am 16. März jenes J.ahres amtierte, ausser Dr. Hahn, auch der (1923 in Bonn geborene) Rabbiner Bernard N. Cohn, Dr. Hahns Schwiegersohn, der 1965 der Nachfolger des Gründungsrabbiners wurde und bis auf den heutigen Tag geblieben ist. 30JÄHRIGES BESTEHEN D. VERBANDES EHEM. OBERSCHLESIER IN ISRAEL Wir haben vor einigen Wochen unser 30jaehriges Jubilaeum feiern koennen. Wir sind weiterhin in voller Taetigkeit um unsere Mitglieder in Israel und in der Welt auf dem Laufenden zu halten. Im Laufe von 3 Jahrzehnten aendert sich Vieles. Gegrue.ndet wurde der Verband von Alfred Schoengut und Rudi Neumann. In Haifa war eine segensreiche Taetigkeit unter Jacob Karliner der ausserordentliches im Rahmen ehemaliger Oberschlesier geleistet hat. Er ist heute Ehren-Praesident und wohnt im Elternheim in Natania. Trotz hohen Alters bemueht er sich, an den Veranstaltungen des Verbandes teilzunehmen. Unvergessen bleibt die Arbeit von Erich Schoengut s.A. der als Mitbegründer viel Positives geschaffen hat. Der jetzige Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Leo Rottenberg, frueher Kattowitz, 1. Vorsitzender, Hans Freund, Stellvertreter aus Tarnowitz O/S, Lotte Meyer, Hindenburg O/S, Erich Lewin, Rosenberg O/S, Salo Karliner, Kattowitz O/S, Heinz Kornfeld, Beuthen O/S, Letzterer ist der Generalsekretärdes Verbandes, ausserordentlich taetig, und haelt die Verbindung mit allen Mitgliedern im In. und Ausland lebendig. 6

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