Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2010
- Issue
- No. 85 (2010)
- Date
- 2010-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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28 aggsmsmaxsxKKaxsxKaxsxKaxsxKaxsxKaxsxKaxsxKS^^ Verweigerte Rettung Kollaboration auch in Norwegen und der Türkei Die Erforschung der NS-Zeit sei im Wesentlichen abgeschlossen. Weitere aufschlussreiche Untersuchungen seien nicht mehr zu erwarten. Diese Auffassung kann man in jüngster Zeit immer häufiger hören oder lesen. Dabei ist es gleichgültig, ob sie Ausdruck der Hoffnung sind, weiteres Unrecht nicht mehr befürchten zu müssen, oder gesicherter Erkenntnis, man wisse nun alles. Beide Meinungen treffen nicht zu. Ein Blick auf die Kollaboration in einzelnen besetzten Staaten macht das deutlich. Die Niederlande haben sich schon 1945 gleich nach der Befreiung mit dieser Frage beschäftigt, Das eigens dazu gegründete Rijksinstituut voor Oorlogsdokumentatie (Reichsinstitut für Kriegsdokumentation) mitten in Amsterdam galt bald als führend in der westlichen Welt. Ihr hoch verdienter Gründer und Direktor Prof. Dr. Louis dejong, während des Krieges Leiter der niederländischen Sendungen der Londoner BBC, hat viele Jahre lang Widerstand und Kollaboration in den Niederlanden von 1940 bis 1945 untersucht. Sein Ergebnis: Die Niederländer haben besonders aktiv und erfolgreich Widerstand geleistet. Dem gegenüber schienen die Belgier eher gekuscht zu haben. Heute wissen wir, dass es genau umgekehrt war, nur wurde in Belgien davon weniger Aufhebens gemacht. Viel mehr Belgier haben vor allem Juden geholfen, im Untergrund zu überleben. Einer von ihnen war Paul Spiegel. Nachkriegsfrankreich sonnte sich lange im Glanz der Resistance. Erst viel später wurde klar, wie umfangreich französische Polizei und andere Behörden mit den Besatzern kollaboriert haben. Ohne ihren aktiven Einsatz wäre die Deportation der französich en Juden gar nicht möglich gewesen. Nun hat der Verlag Assoziation A.Berlin zwei Studien vorgelegt, die weitere historische Fassaden zum Einsturz bringen dürften. Es geht um die Frage der Kollaboration in Norwegen und in der Türkei, Beide Staaten schienen leuchtende Vorbilder verweigerter Zusammenarbeit gewesen zu sein. Die Türkei galt vielmehr als sicherer Hort für politisch oder rassisch Verfolgte. Hier wurde oft der spätere Regierende Bürgermeister von Berlin, Ernst Reuter (SPD), genannt, der in Ankara Schutz gefunden hat. Tatsächlich hat die türkische Regierung jedoch ihr Pass- und Staatsangehörigkeitsrecht so extensiv gehandhabt, dass türkischen Juden Schutz verwehrt werden konnte und wurde. Nicht anders hat sich die Regierung in Oslo verhalten. In der Türkei wurden nach dem Ersten Weltkrieg Abertausende Armenier, Kurden und Juden zur Auswanderung gezwungen. Die Türkei sollte ein Staat der Moslems werden. Die Ausgestoßenen gingen nach Frankreich, in die Benelux-Staaten oder nach Deutschland. Wer nicht am «Befreiungskampf» in den frühen 20er Jahren teilgenommen hatte, durfte später auch nicht zurückkehren. Bei diesen Passgesetzen blieb es auch nach 1933, als es für Juden in Deutschland lebensgefährlich wurde. Zwischen 1942 und 1944 entzog die türkische Regierung diesen Juden sogar die Staatsbürgerschaft, obwohl die Regierung in Ankara genau wusste, was damit den Juden bevorstand. Juristen nennen das "wissentlich unterlassene Hilfeleistung". Norwegen, das unverändert als nahezu kollaborationsresistent galt, erweist sich bei näherem Hinsehen als damals hartherzig und gezielt überbürokratisiert. Zwar wollte der Chef der norwegischen Nazis, V. Quisling, gern Chef einer NS-ähnlichen Regierung werden. Hitler setzte aber Gauleiter Josef Terboven ein, sodass Quisling nicht mehr viel zu sagen hatte. Nun war es ohne Schwierigkeiten, möglich, ebenfalls wie in der Türkei Pass- und Staatsbürgerschaftsgesetze zu verabschieden, die Juden jeglichen Schutz entzogen. Es war nicht mehr notwendig, bei der Regierung in Oslo um die Genehmigung zu bitten, die norwegischen Juden deportieren zu dürfen. Terboven erledigte das von sich aus. All das ändert selbstverständlich nichts an der deutschen Schuld. Beide Fälle zeigen aber, dass die gründliche Erforschung der NS-Zeit und deren Folgen keineswegs beendet ist. Heiner Lichtenstein «Die Mahnung» 1.6.2008 I MTW Schulbild 1936neue jüd. Schule am Anger in Breslau, Lehrer Herr Wesel «ich» ganz rechts- Rosel Peritz - Jetzt seit 60 Jahren mit Manfred Lopatka, auch aus Breslau verheiratet. Die meisten der Schüler sind wohl doch im Holocaust umgekommen.