Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2010
- Issue
- No. 85 (2010)
- Date
- 2010-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 aggsmsmaxsxKKaxsxKaxsxKaxsxKaxsxKaxsxKaxsxKS^^ Kibbuz Buchenwald - Nezer Sereni von Karla Wolff Der Gehringshof, ein Gutshof im Röngebirge, nicht weit von der Stadt Fulda, war in den dreissiger Jahren schon eine Hachscharafarm fuer Jugendliche, die nach Palästina übersiedeln wollten. Es war ein schöner Gutshof auf einer kleinen Anhöhe am Waldesrand gelegen, ein grosses Wohnhaus, Ställe und Felder. Unter den ersten Chaluzim, die von dort nach Palästina kamen, waren Chawerim (Mitglieder) vom Hapo>el Hamisrachi und unter ihnen auch die Gründer von Kibbuz Tirat Zwi und anderen Kibbuzim. 1942 -43 wurden die letzten Chawerim (Kameraden) dort von der Gestapo verhaftet und nach Auschwitz verschleppt.. Wir fanden ihren Abschiedsgruss an der Wand einer Scheune «Wir kommen wieder» schrieben sie. Nach Beendigung des Krieges 1945 kam das Gut wieder in jüdischen Besitz und wurde ein Heim fuer alle die jungen Menschen, die ohne Familie geblieben waren und nur einen Wunsch hatten - nach Erez Israel zu kommen. Die Leitung der Landwirtschaft hatte «Papa» Jucker unter sich; er war älter als wir und hatte sich mit arischen Papieren retten können. Verpflegt wurde man durch die U.N.R.R.A. Madrichim kamen von Palästina, unterrichteten Iwrit, erzählten von dem Land und lehrten uns Lieder. Die «Bricha» sorgte für Beförderung in die verschiedenen Häfen, wenn ein Schiff für die illegale Reise nach Erez bereit war. Die ersten zwei Gruppen verliessen den Gehringshof schon während 1946 und hatten auch das Glück ohne Zwischenfall zu landen. Sie kamen nach Kibbuz Afikim. Die dritte Gruppe ging Ende 1946 auf illegalen Wegen über die Alpen nach Italien und sass dort lange Zeit. Als sie endlich ein Schiff bekamen, wurden sie von der englischen Besatzungsmacht entdeckt und nach Cypern gebracht, wo sie wieder beinah ein Jahr hinter Stacheldraht verbrachten. Bei der vierten Gruppe die den Gehringshof verliess war ich dabei. Mit illegalen Papieren wurden wir über die Grenze nach Frankreich geschmuggelt, wo wir zwei Monate in verschiedenen Plätzen lebten. Im November 1947 wartete ein Boot auf uns irgendwo an der Küste bei Bandol, an der französischen Riviera. Nach einer zweiwochenlangen, stürmischen Überfahrt, landeten wir am 16. November unversehrt, zum Teil schwimmend, in Naharija. Eine Woche später wurde in New York der Staat Israel geboren. Die Chawerim, die in Afikim schon zur Vorbereitung für eine neue Siedlung waren, zogen nach Nachlat Jehuda bei Rischon Lezion. Dort arbeitete ein Teil der Männer schon als Schlosser und stellten Betten für die Sochnut her, manche gingen auf Aussenarbeit. Es gab auch schon die ersten Babys. Sehr bald konnten sie auf den Ort ihrer neuen Hitjaschwut (Ansiedlung) umziehen. «Sponn» war ein Ort, wo die deutschen Templer gesessen hatten, wie in vielen anderen Plätzen im Land. Auf einer kleinen Anhöhe gelegen, neben dem Dorf Be>erYaakow, standen zwei grosse Steinhäuser, 2-3 Stockwerke hoch, noch von den Deutschen gebaut. Das eine hatte einen Turm mit einer Glocke, die vielleicht einmal zum beten leutete. Es gab noch ein kleines Haus, das später Kinderhaus wurde, Kuhställe, Nebengebäude, Felder und Pardessim (Orangenplantagen). Sie nannten ihr neues Heim «Kibbuz Buchenwald», denn alle kamen aus den deutschen Konzentrationslagern. Dieser Name stand auch auf dem Wohnhaus im Gehringshof. Die Sochnut («Jewish Agency») und Keren Kajemet («Jewish National Fund») schickten landwirtschaftliche Berater. Die Chawerim bezogen die grossen Häuser. In einem war die Kueche und der Esssaal, in dem anderen, die Klinik. Inzwischen entstand der Staat mit all seinen Behörden und nach einiger Zeit wandte man sich an den Waad des Kibbuz und schlug vor, ob man nicht den Namen ändern möchte. Zuviele schwere Erinnerungen bringt dieser Name mit sich. Ich weiss nicht mehr, ob es eine Allgemeinabstimmung war, oder wo es beschlossen wurde, aber man einigte sich auf den Namen «Nezer» - ein neuer Sprössling des vernichteten, europäischen Judentums. Der Kibbuz wuchs, neue Chawerim schlossen sich an, Kinder wurden geboren. Alles war am Anfang noch auf Landwirtschaft aufgebaut. Es gab ein gutes Gemeinschaftsleben, man hatte ein Zuhause und all lebten wie in einer grossen Familie.