Mannheim
Compact Memory

Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1976-09-01 · No. 40 (September 1976) · p. Seite 30

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1976
Issue
No. 40 (September 1976)
Date
1976-09-01
Page
Seite 30 (sequence 30)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/7411685-7412491-7497342--0631-7413422
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

8 entity mentions

(Fortsetzung von Seite 29) K Eva Kilian, Bad Ems, West Germany, Herta Kaliski, London, Ernest Kroner, Mill-Valley, USA, Sonderspende z.And. an seine Mutter, Lina Kroner, Dr. Ludwig H. Korn, Norfolk, USA, Gerhard Kaiser, Brooklyn, Edith Koppel, New York, Dr. Ana Maria De Kehler, Cochäbamba. L Markus Lubasz, Quito, (Equador) Sonderspende f.d. Sozialfond, Dr. Ludwig Landsberger, Düsseldorf, West Germany, Josef und Paula Lemberg, Montevideo (Uruguay), Ruth Lang-Löwenstein, Stanford, USA. Bodo Langer, Santiago de Chile, Else Levi-Mühsam, Konstanz, West Germany, Sonderspende anlässl. des lOOten Geburtstages ihres Vaters Dr. Paul Mühsam. M Liselotte Midas, Beeleerose, USA, George Milner, Forest Hills, USA, Ilserose Mannheim, New York, Sonderspende z.And. an ihre Schwester Hertha Mannheim, Dr. Else Meldner, London, Rev. Martin Miloslawer, London, Hertha Mendelson, New York. N Ilse Naschelski, Santiago de Chile. O Dr. Helen Ollendorf - Curth, New York. P Thomas Pick, San Jose, Ruth Plaut, Hamburg. Ilse Pacyna, San Francisco, USA. R Hans Ritter, Buenos Aires, Rivadavla 1255, Argentinien, Sonderspende a.And. an seine Mutter, Irma Ritter geb. Weiss, Breslau, Wwe. von Dr. Willy Ritter, Elsasserstr. Ecke Sadowastr. gestorben 27.7.1975. Toni Rosengarten, Los Angeles. S Hilde Selinger, Elizabeth 'Bay, Australien, Hannah Schwenk geb. Ehrmann, New York, Max Schüftan, Berlin, Werner Süssmann s.A. San Francisco, Traute SUssmann geb. Klein, San Francisco, Irmgard Salzbrunn, Wertheim a/Main, West Germany, Mr. und Mrs. Eric Schaffer, Toronto, Canada, Max und Edith Striemer, San Francisco, Sonderspende anlässlich der Geburt des Ur-Enkels in Israel, Erna Schutz, New York, Fanny Stern- Sichel, New York, Ruth Stern-Goodman, Tulsa, USA Sonderspende z.Andenken an ihren Vater Paul Stern, (Mühlen-Stern) 3. August, Walter T. Seelig und Thea geb. Berg, Los Angeles, USA, Martin und Edith Schüftan geb. Hauschner, West Palm Beach, USA, Mr. unnd Mrs. Shalscha, London, Edgar Schlesinger, Monticello, USA. Karl Steinauer (Skonner) Fort Lee, USA. Rudi Schmul, Buenos Aires, Dr. Hans Schachtel, Buenos-Aires, Lotte Sandberg, San Francisco, USA. Lucie Schäfer, San Francisco, USA. T David Tichauer, London, Salo Translateur, Miami Beach USA, Werner Tischler, Rego-Park, N.Y. USA. Sonderspende z.And. an seine Schwester Edith., Mrs. E. Tischler, London. U Kurt und Dora Ullmann geb. Hirschberg, z.Zt. Cllfton, New Jersey, USA., Sonderspende anlässl. der Jahrzeiten von Georg und Rosa Hirschberg. W Charlotte Weissbart, New York, Kurt Wohl, Windsor, Australien, Theo Wolff, East Brighton, Australien, Ernest Wiener, New York, mit Grüssen an alle Freunde, Trude Weisenberg, Sao Paulo, Brasilien, Rudolf Wassenberg, Duisburg, West Germany. SO DIE TERRASSE In New York wohne ich in einem sehr grossen Hause. Es ist 16 Stock hoch und umfasst zwei City Blocks. Von meinen Fenstern kann ich den Hudson River sehen und die Sightseeing Schiffe beobachten, die stündlich Manhattan umkreisen. Manhattan ist bekanntlich eine Insel, die im Norden von einem Fluss oder Kanal vom Festland abgetrennt ist. Auf dem Riverside Drive und der Westend Avenue, wo ich wohne, dürfen keine Lastautos fahren, so ist es hier oben im 13. Stock sehr ruhig. Das Haus hat noch andere-Vorteile. Busse und die Untergrundbahn sind in Minuten zu erreichen und zum Lincoln Center kann man gemütlich 15 Minuten zu Fuss gehen. Bei der allgemeinen Unsicherheit, die leider in New York herrscht, wird jeder Fremde, der ins Haus kommt, angehalten und gefragt, wohin er gehen will; dann wird das bestimmte Apartment von der Halle aus angeläutet, dass Besuch unterwegs ist. Drei Postbeamte kommen Jeden Morgen ins Haus und verteilen die Briefe. Man kann schon gegen 10 Uhr morgens seine Post abholen. Wenn nun ein Feiertag dazwischen ist, wo keine Post verteilt wird, können die armen Briefträger am nächsten Tag mit der Post kaum fertig werden. Das Haus hat eine eigene Werkstatt, eigene Maler, und eine kleine Belegschaft muss die ganze Nacht im Hause bleiben. Aber ich wollte ja etwas von der Terrasse erzählen. Von meinen Fenstern kann ich auf eine riesengrosse, wunderschöne Terrasse sehen. Sie ist gepflegt, mit Bäumen, Sträuchern und Blumen bepflanzt; Gartenmöbel und Gartenschirme in bunten Farben sind darauf. Zwei Parteien teilen sich in die Terrasse, die sich recht gut verstehen und rücksichtsvoll sind, und man hat das Gefühl, als ob ich mit auf der Terrasse lebe. Der kleine Vorfall, von dem ich jetzt spreche, liegt schon ein paar Jahre zurück, und mein lieber Mann war noch mit mir. Ich muss wieder vom Thema abschweifen und etwas vom New Yorker Wetter erzählen, weil es die Hauptrolle in meiner kleinen Erzählung spielt. Ausser einem wunderbaren Herbst, der im Oktober beginnt und bis in den späten November sich hinzieht, ist es hier entweder sehr heiss oder sehr kalt. Es gibt Jahre, in denen kaum Schnee fällt, es gibt aber auch Jahre, in denen ein sogenannter Blizzard die Stadt überfällt und die Stadt vollkommen in Schnee eingehüllt ist. Im Jahre 1948 hat ein solcher Blizzard die Stadt vollständig paralysiert. Die Autobusse konnten nicht weiter und sind einfach im Schnee stecken geblieben. An einem schönen, sonnigen Roschhaschana Morgen hörten wir ein ungewöhnliches Treiben auf der Terasse. Es wurde gearbeitet, gehämmert und gesägt. Wir eilten ans Fenster um zu sehen, wer unsere Feiertagsstimmung stört. Wir trauten unseren Augen nicht. Der eine Terassenbesitzer baute sich ein Häuschen, wo er seine Fahrräder und sonstige Untensilien unterbringen wollte. Da er auch ein Jude ist, fanden wir es einfach unverständlich, diese Arbeit an einem solch hohen Feiertag zu verrichten. Dieses kleine Haus war mir immer ein Dorn im Auge. Ich nannte es Das Outhouse — ein Häuschen, das die Bauern hinter ihrem Hause hatten, als es noch keine Kanalisation gab. Und das ging so ein paar Monate, bis wir wieder einmal einen Blizzard hatten. Der Sturm heulte hier oben, es war wie ein wilder Hexentanz. Und am Weihnachtstag packte der Sturm das Häuschen, hob es in die Höhe und schleuderte es über die Brüstung auf die Strasse. Ja, wer am Roschhaschana baut, muss schon besser bauen, als mein Freund da unten! ERNA SCHUTZ, New-York ZUM GEDENKEN AN OTTO HECHT sei. And. Wiederum ist einer der Begnadeten von uns gegangen, ein jüdischer Dichter besonderen Formats, dem seine deutsche Muttersprache innere Heimat bedeutete, gleich vielen anderen, die sich in den Dreissiger Jahren ins damalige Palästina retten konnten: Otto Hecht s.A., der nie müde winde, in seinen Gedichtbüchern und Briefen seine Liebe zu Zion besingen, getragen von tiefer Gläubigkeit. — Im ersten seiner beiden Lyrikbände, “Die Legende einer Quelle” und “Bekenntnis zum Wunder”, findet sich das ergreifende Gedicht “Sinaimassiv”, in dem er der Dichter richtunggebend postuliert: “In messianischen Stirnen J Erbeben die Felsen. / In ihre Stimmen Tauchet die Seele. / Du darfst zu IHM denken. / In SEINER Begnadung allein / Wird die Kraft geboren, Den Nächsten Segen zuzustrahlen / In uralter Weise / Des biblischen Heimweh der Berge”. Kein Geringerer als Max Brod s.A. war schon 1956 von der Prägnanz dieser Verse beeindruckt und schrieb dem Dichter in diesem Sinne. Ja, “den Nächsten Segen zuzustrahlen”, das war und blieb für Otto Hecht inneres Gesetz und bezog sich nicht nur auf die Nächsten als Familie sondern auch auf jene Freunde, die den Dichter Otto Hecht kannten und verehrten. Er war viel zu bescheiden, um Publizität zu erstreben, fand aber trotz aller Zurückgezogenheit treue Anhänger und Kenner, nicht zuletzt auch aufgrund der von ihm gründlichst erarbeiteten “(Einige) Erinnerungen der Familie Hecht”; die zwei umfassenden Bände dieser “Erinnerungen” erschienen (wie auch die Gedichtbücher) im Shikmona-Verlag, Haifa, und tragen den Untertitel: “SCHEMA ISRAEL — Erinnerungen aus dem Leben der Familie Hecht, geschrieben für Dr. Reuben Hecht, Haifa, und Dr. Ariel Bin-Nun, Jerusalem”. Zahlreiche Fotos und genaueste Stammbaum-Tafeln verhelfen zu klarer Übersicht, die wohl noch künftigen Dissertationen als Basis dienen wird. Die Geschichte beginnt im 16./17. Jahrhundert im Dorf Wenkheim b. Tauberbischofsheim, zeigt beispielhaft die Entwicklung einer weitverzweigten jüdischen Familie in deutschen Landen, eine von vielen. Der 1907 in Mannheim geborene Otto Hecht kam 1935 ins Land, hatte in Heidelberg, Freiburg und Berlin Jura studiert, ging hier zunächst in einen Kibbuz und siedelte sich 1937 in Gan-Haschomron an. Aber trotz beruflicher Umschichtung und ungewohnter körperlicher Arbeit entstand in aller Stille ein “Lied” nach dem anderen, bezeugte immer erneut ein Sich-einleben oder noch besser Zurückfinden in die altneue jüdische Heimat. Besonders Jerusalem, besonders die "Kotei”, faszinierte und inspirierte ihn zu seinen bewegenden Versen “Die Mauer”, die da lauten: “Er ruhet an der Mauer, / Als wäre sie der Mutter Wiege” und auch “Jerusalem, Du Mutterherz / Liebe schenkend aus dem Schatten der Mauer”. Wer von uns, die das Glück hatten, den Dichter und sein Werk zu kennen, könnte ihm und seine Worte vergessen — ehrend und dankend werden wir uns immer seiner erinnern. Wir leiden zusammen mit seiner ihm so eng verbundenen Familie, seiner Frau und seinen Kindern. FRIEDA HEBEL

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.