Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1976
- Issue
- No. 40 (September 1976)
- Date
- 1976-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/7411685-7412491-7497342--0602-7413393- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Gegründef von Dr. Wilhelm (Seev) Freyhan Bitte bewahren Sie die “Mitteilungen" und denken Sie immer wieder an die * Suchanzeigen". iNbpna iiain^w MITTEI LUNGEN No. 40 * Qy\\ yiniy» r/l?^n n:wn arcn SEPTEMBER 1976 DES VERBANDES EHEMALIGER BRESLAUER UND SCHLESIER IN ISRAEL E.V. Actions-Comite: Dr. T.liH Berg-Platau, Erich Lewin, Max Lopatka, R. Löwenberg, Dr. Prager, M. Pick, J. Sachs, M. Schmerel-Hofstein. Briefadresse: Erleb Lewin, Ramat-Gan, Mazadastr. 27. Tel. 749751 HÖREN? - VERSTEHEN? Während ich diese Zeilen schreibe, strahlt noch die sommerliche Sonne am Firmament jener Stadt, die Schönheit mit Heiligkeit vereint — Jerusalem. Aber der Herbst naht. In wenigen Tagen kündet das Blasen des Schofars das Nahen der erhabensten Tage des Jahres. Für die meisten Leser dieser Zeilen sind diese Monate—Elul u. Tischri — mit ihrer grossen Gedankenwelt auch mit teuren Erinnerungen verbunden. Der Machsor mit seinen vertrauten Texten, die Melodien, die diese Gebete begleiten, die feierliche Stimmung dieser Tage, lässt vor unseren Augen eine Welt wieder erstehen, die entschwunden ist. Die Mehrheit der Leser dieser “Mitteilungen” möchte diese Welt der Erinnerungen nicht missen. Darum soll und muss demjenigen unser Dank ausgesprochen werden, ohne dessen unermüdliche Hingabe, diese “Mitteilungen” wohl kaum das Licht der Welt erblicken würden: unserem Freund Erich Lewin. Diesen Dank verbinde ich mit dem Wunsch, dass es ihm und seiner geschätzten Gattin vergönnt sei, in Gesundheit noch viele Mitteilungen in die weite jüdische Welt hinauszusenden — Mitteilungen, die uns in der Erinnerung vereinen. Aber diese Tage sind nicht nur mit der Erinnerung verbunden sondern auch Tage des Gerichts. Worauf kommt es am Jom Hadin an? Das bringt der Segenspruch zum Ausdruck, der vor dem Schofarblasen gesprochen wird. Wir danken für das Gebot des Hörens des Schofar und nicht für das Blasen. Wer hebräisch versteht, weiss, dass mit dem Wort “Schamoa” nicht nur die Bedeutung des Hörens sondern auch des Verstehens verbunden ist. Der Ton der Schofars soll nicht nur akustisch aufgenommen sondern auch verstanden werden. Er will uns eine Botschaft für die Zukunft vermitteln. Wer sich erinnert, kann vor Gericht HUR Wirz LTD. TRAVEL & TOURS AGENCY NEUE ADRESSE TEL-AVIV, ALLENBY Sfr. 113 (Passage] 6 1 5 0 2 5 6 2 1 3 5 1 Individuelle Beratung für Ihre Reise ins Ausland Rabb. ISRAEL LÖWENSTEIN, Jerusalem bestehen, wenn er die für die Zukunft notwendigen Entscheidungen fällt. Aber hier kommt es nicht nur auf individuelle Erinnerung an, sondern auf die Fähigkeit zur kollektiven Erinnerung. Diese kollektive Erinnerung zeichnet ein Bild des Midrasch. In ihm werden zweitausend Jahre jüdischer Geschichte charakterisiert. “Als der Hohepriester den brennenden Tempel von Jerusalem sah, stieg er zusammen mit den Priestern und ihren Jüngern auf das Dach des Heiligtums mit den Schlüsseln zum Allerheiligsten in der Hand. Sie sprachen vor dem Heiligen, gelobt sei er:. “Herr der Welt, da wir nicht begnadet wurden, vertrauenswürdige Schatzmeister zu sein, sind hiermit die Schlüssel za Deinem Heiligtum wieder in Deine Hand zurückgegeben. Es öffnete sich der Himmel und eine Hand nahm — gleichsam — die Schlüssel. Dieses Bild zeichnet das tragische Drama unserer Geschichte. Wir waren ein Volk, das den Schlüssel seines Schicksals nicht mehr in seinen Händen hat. Wir waren den Launen unserer jeweiligen Gastgeber ausgeliefert. Unserer Generation sind In tragischen Stunden die Schlüssel wieder zurückgegeben worden. In den Flammen barbarischcer Geschichtsnächte sind wir unter Schmerzen wieder Herren der Schlüssel geworden. Das ist die Lehre des Jahres 5736. Das hat Entebe der Welt gewiesen. In diesen Tagen verstanden wir, was es bedeutet, den Schlüssel der Geschichte in der Hand zu halten. Mit dem Gefühl der Dankbarkeit für die Schlüssel treten wir am Jahresbeginn 5737 vor den Lenker der Weltgeschichte. Das Paradox ist, dass die Hoffnung auf diese Schlüssel in der finstersten Stunde unserer Geschichte erneuert worden ist. In einer Welt, der jeglicher Masstab verloren gegangen ist, in der nur das Prinzip des Verbrauchs diktiert, ist unsere Hoffnung neu geboren. Bei Beginn des neuen Jahres dürfen wir fragen: Was ist unsere Hoffnung? Die meisten denken an die Erfüllung von Wünschen, an bessere Lebensbedingungen. Aber der Jude versteht das Wort “Tiquwa” anders. Er hofft auf ein volleres, erfüllteres Leben. Dazu ist die Befreiung von äusserer Knechtschaft Voraussetzung. Er wartet nicht mit verschränkten Armen und hofft. Bin erfüllt der Wille, zu ändern, was verändert werden kann. Hoffen heisst, bereit sein, sich und sein Leben zu bessern, im geistigen und moralischen Sinn aufzusteigen. Darin liegt der tiefste Sinn des Wortes “Teschuwa”, das nicht übersetzt werden kann. Wer auf eine bessere Zukunft wartet ohne für sie zu wirken, wird zum Sklaven der Zukunft. Aber wer hofft und tut, der versteht, was Teschuwa ist. Das Jahr 5737 steht vor der Tür. Viele Hoffnungen werden mit dem Jahresbeginn verbunden. Wir wünschen vor allem, dass die Welt ihr moralisches Gleichgewicht finden möge. Denn eine solche Welt wird auch verstehen, was Zionismus für uns ist: Unser Schlüssel in die Zukunft. Prof. J. Leibowitz hat es abschliessend formuliert: “Hört schon auf, dieses Wort — Zionismus — zu analysie- ■ ren. Für mich ist es genug, nicht mehr verfolgt zu tet und hoffen auf Ihr Einverständnis. Ich wünsche, dass dies auch unsere Brüder und Schwestern in der Welt verstehen. Das ist unsere aktive Hoffnung. Die Erfüllung hängt davon ab, dass wir nicht nur an die Verwirklichung unserer persönlichen Wünsche denken. Die kollektive Erinnerung muss uns lehren, dass unsere Zukunft von der Verteidigung unseres Schlüssels abhängt. Voraussetzung ist allerdings, dass unsere Generation nicht nur den Schofarton hört sondern auch versteht. Die Terua ist der Schlüssel Israels, sie ruft in die vier Enden der Erde — zur Tschuwa. Das Jahr 5737 möge die Welt dem Frieden näherbringen und unsere moralischen Hoffnungen erfüllen. Dann wird auch Israel mit Frieden gesegnet sein. Liebe Mitglieder und Freunde Diesmal haben wir unser Blatt No. 40 durch verschiedene Artikel und viele Fotos anders gestaltet und hoffen auf Ihr Einverständnis. Die Reaktion auf unsere Verbandsmitteilungen ist positiv und so hoffen wir, dass dies auch jetzt der Fall sein wird. Die Arbeit und der Umfang haben sich bedeutend vergrössert und erwarten wir Ihre Mithilfe. Unser Bankkonto ist 24195 American Israel Bank, Tel-Aviv, Rotschild BIv. 11 z.G. Irgun Jozei Breslau oder Postscheine, baar bezw. Scheck an den Verband ehemaliger Breslauer, Ramat-Gan, Mazadastr. 27. Erich Lewin). Bitte genauen Namen des Einzahlers anzugeben. Das “Goldene Buch” auf den Namen unseres Gründers Dr. Wilhelm Soew Freyhan ist für Sie zur Verfügung. Wir wünschen Ihnen Allen ein gesundes und zufriedenes Jahr und viel Genuss beim Lesen der Zeitung. VERBAND EHEMALIGER BRESLAUER UND SCHLESIER IN ISRAEL