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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2006-01-01 · No. 81 (2006) · p. Seite 10

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2006
Issue
No. 81 (2006)
Date
2006-01-01
Page
Seite 10 (sequence 402)
Language
German
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Stolpersteine in Freiburg von Marlis Meckel Ich hab' ein weiches, warmes Bett besessen. Das schien so selbstverständlich wie das Essen, Ich habe nie darüber nachgedacht In meinem warmen, weichen Bett zur Nacht. Dann hat man uns von Haus und Land vertrieben, Es ist uns nichts, auch nicht ein Bett geblieben, Im kahlen Lager mussten wir uns strecken, Ohn'n Kissen, nur auf Stroh und ohne Decken. Es war ein Anblick, ach, zum Gotterbarmen, Wir waren ärmer als die ärmsten Armen. Dies sind Verse aus einem Gedicht von Martha Liefmann aus Freiburg, vor deren ehemaligem Wohnhaus, Goethestraße 33, der erste Stolperstein in Freiburg verlegt wurde. Gunter Demnig, ein Kölner Künstler, hat dieses Projekt initiiert. Er hat inzwischen mehr als 180 deutschen Städten und Gemeinden ungefähr 8000 Stolpersteine verlegt. Ich wurde bei einem Besuch in Köln auf die Stolpersteine in Form eines Flyers aufmerksam. Er lag im sogenannten EL-DE Haus in der Kölner Innenstadt aus. Das EL-DE Haus ist das ehemalige Gestapo-Hauptquartier der Domstadt und hat bei mir mit seinem Foltergewölbe im Keller voll verzweifelter Inschriften und seiner finsteren Ausstrahlungskraft einen tiefen Eindruck hinterlassen. Als ich das Gebäude verließ, nahm ich einen Flyer mit, der auf das Stolperstein-Projekt aufmerksam machte, das damals noch im wesentlichen auf Köln und Berlin beschränkt war. Das Stolperstein-Projekt schien mir für Freiburg wie geschaffen. Als ich dann dieses Projekt im Jahr 2002 in Angriff nahm, schien die Stadt Freiburg förmlich darauf gewartet zu haben, ein Projekt zu realisieren, das den "Opfern ihre Namen zurückgeben" sollte. Die finanzielle Ausstattung des Projekts hat mir - von Anbeginn an - am wenigsten Sorge bereitet, denn die Spendenbereitschaft der Freiburger Bevölkerung hat zu dem heutigen erstaunlichen Ergebnis von fast 300 privat finanzierten Stolpersteinen geführt. Die einstimmige Zustimmung des Gemeinderates war für die Realisierung des Projekts unabdingbar. Natürlich gab es auch bei diesem Projekt vereinzelt Unverständnis oder Widerstand. So z.B. von einem Freiburger Professor, der in einer öffentlichen Veranstaltung sagte, dass in dem KZ Theresienstadt keine Menschen ermordet worden seien. Nach dem Duden ist: "Die Tötung eines Menschen, die heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln (...) aus Habgier oder sonst aus niederen Beweggründen begangen wird" (Zitat Ende), Mord zu nennen. Und das geschah sowohl im KZ Theresienstadt wie in den anderen KZs, z.B. auch in Gurs. Widerstand gab und gibt es aber in anderen Städten und Orten, wie in München, Villingen-Schwenningen, Grießen und Kassel. Es sind oft sehr emotionale, vor einem bestehenden Trauma nachvollziehbare Argumente, die aber nicht für immer Bestand haben müssen. Mir schrieb eine Überlebende aus den USA: "Ich weiß, dass viele von f den Überlebenden (oder deren Familien) j nicht mit dem Legen der Stolpersteine einverstanden sind, und das kann ich verstehen, da die Steine ja auf dem Boden liegen, aber für mich ist es eine Genugtuung, denn in meinem Herzen fühle ich, dass jede Seele, die unter dem Stein liegt, wieder DAHEIM ist. Durch die Stolpersteine werden die Menschen, die durch die Nazis ausgebürgert wurden, wieder eingebürgert. Die STEINE sind ein Werk des Respekts." Und nun habe ich ein Buch geschrieben, über die Opfer aus Freiburg, ihre Lebens- und Schicksalswege, soweit sie bis jetzt recherchiert werden konnten. Der Titel ist: "Den Opfern ihre Namen zurückgeben." Stolpersteine in Freiburg. Ein entscheidender Punkt aber bei der Umsetzung des Projekts war und ist stets die Datenlage. Ihre Erforschung erfordert meist sehr umfangreiche Recherchen, die in den allermeisten Fällen mit großem Aufwand betrieben werden mussten und müssen. In Freiburg sind zwar einzelne Schicksale relativ gut erforscht, für die Vielzahl der Opfer ist das bestehende Datenmaterial jedoch weitgehend unerforscht. Eigentlich erstaunlich für eine Universitätsstadt wie Freiburg, oder? { Viele Informationen über die Opfer der ( NS-Zeit erhalte ich von Verwandten aus aller Welt. Auch Fremde oder Bekannte der Opfer können viele Berichte geben oder Erlebnisse schildern. Der Austausch mit anderen Archiven, z.B. denen der Gedenkstätte der (Fortsetzung auf Seite 11)

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