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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2005-01-01 · No. 79 (2005) · p. Seite 11

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11 In Kürze Auseinandersetzungen mit dem jüdischen Erbe Franz-Rosenzweig-Gastvorlesungen (1999-2005) Wolfdietrich Schmied-Kowarzik (Hg.) {Kasseler Semesterbücher, Studia Cassellana, Band 13) Kassel 2004, Kassel University Press, ISBN 3-89958-044-3 304 S., 34,- Die Universität Kassel erinnert seit 1987 mit der Stiftung einer Gastprofessur an das religionsphilosophische Werk und die Bildungsarbeit des "großen jüdischen Sohns der Stadt Kassel", Franz Rosenzweig. In der Nachfolge eines 1999 veröffentlichten Bandes mit der Vorstellung der ersten zwölf Gastprofessoren ist nun der zweite und letzte Band den bis 2005 lehrenden Gastprofessoren und einer Gastprofessorin gewidmet. Ergänzt wird es um die Beiträge von Gastprofessoren bzw. Professoren, die bereits vor der Stiftung der Franz-Rosenzweig-Professur in Kassel lehrten. Zu jeder Person gibt es eine biographische Skizze des Fierausgebers und in der Regel einen persönlichen Lebensbericht, einen sich auf die Franz-Rosenzweig-Gastprofessur beziehenden thematischen Beitrag und eine Auswahlbibliographie. Wolfdietrich Schmied-Kowarzik führt mit einem thematischen Zugang in die Vielfalt der Personen und Beiträge ein: Er beginnt mit dem Geschichtswissenschaftler Walter Grab (1919-2000), der 1972 über Heinrich Heine und die Revolution von 1848 sprach. Der 1914 in München geborene und 1982 in Tel Aviv gestorbene Harry Maor lehrte von 1972 bis 1979 als Professor für Soziologie und Sozialarbeit. Über die "jüdische Wanderschaft des Harry Maor" berichtet sein Enkel Julian Levinson und ergänzend wird der Aufsatz "Jüdisches in Freuds Brautbriefen" nachgedruckt. Es geht weiter mit dem Geschichtsphilosophen Michael Löwy (geb. 1938), der über Hannah Arendt und Walter Benjamin geforscht und gelehrt hat, während der Philosophieprofessor Ze'ev Levy (geb. 1921) sich nicht nur mit jüdischen Denkern, sondern vor allem dem jüdischen Denken befasst. Nach den Denkern und dem Denken geht es um "Emanzipation und Verfolgung": Die innere Zerrissenheit assimilierter Juden thematisiert der Historiker Yaacov Ben- Chanan (geb. 1929). Es folgen als weiterer Historiker Chaim Schatzker (geb. 1928), der die jüdische Jugendbewegung 'Kameraden' analysiert, und der Kibbuzforscher Chaim Seligmann (1912) mit einer Untersuchung zur Kibbuzbewegung. Um den Faschismus und die Verführung durch Nietzsche geht es bei der Antrittsvorlesung des Philosophieprofessors Kurt Rudolf Fischer (1922). Dem Themenfeld "Nach Auschwitz" ordnet der Herausgeber die Abhandlung des Historikers Feliks Tych (1929) über die Beziehungen Polen - Juden - Deutsche und ihre Spätfolgen zu. Der Rabbiner Albert H. Friedlander (1927) umreißt jüdisches und christliches Denken nach dem Holocaust. Dies führt Mihaly Vajda (1935) in einem philosophischen Beitrag zu den Arbeiten von Imre Kertesz fort, während Gerda Elata-Alster (1930) ihre Interpretation der Geschichte der Rettung von Lot und zweier seiner Töchter aus Sodom unter dem Titel "Schaue nicht zurück (sogar nicht im Zorn)" vorstellt. Bei diesen kurzen Hinweisen konnte es dann nicht darum gehen, eingehend auf die Beiträge eines Dutzends wichtiger jüdischer Wissenschaftler und einer Wissenschaftlerin hinzuweisen, sondern nur darum, Neugierde zu wecken, sich mit dem Buch und den in ihm präsentierten Menschen zu beschäftigen. Kurt Schilde ("Die Mahnung", 1.4.2005) In einer Trauerzeremonie wurde am 29. März die kürzlich entdeckte Asche von mehreren tausend Häftlingen des Konzentratiionslagers Sachsenhausen in ein Massengrab gelegt. Auf die sterblichen Überreste waren Archäologen bei Bauarbeiten an der einstigen Vernichtungsstation "Z" gestoßen. Sie lagen in drei Gruben unter einer anderthalb Meter dicken Erdschicht sowie einer zu DDR-Zeiten gelegten Betonplatte. Die Station "Z" bestand aus einer Gaskammer, einer Genickschussanlage sowie einem Krematorium mit vier Öfen. Anfang der fünfziger Jahre war sie von der Kasernierten Volkspolizei aus bis heute ungeklärten Gründen gesprengt worden. - Zwei mit Asche gefüllte Urnen wurden erst am 17. April in ein Grab gelegt. An diesem Tag begingen rund 1000 Überlebende des Lagers aus vielen europäischen Ländern sowie aus Israel und den USA den 60. Jahrestag der Befreiung und gedachten ihrer ermordeten Kameraden. Zu diesem Anlass wurde auch die neu gestaltete Erinnerungsstätte an der Vernichtungsstation "Z" übergeben. ★ Unter der Amtsführung von Außenminister Joschka Fischer wurden die internen Nachrufe für verstorbene Diplomaten, die NSDAP-Mitglieder gewesen waren, abgeschafft. Die frühere Praxis habe zu Empörung im Ausland geführt und den Ruf dar Bundesrepublik beschädigt, sagte eine Außenamtssprecherin. Der Außenminister will aber noch im April Konsequenzen aus dem Streit um die Gedenkpraxis im Auswärtigen Amt ziehen und eine unabhängige Historikerkommission einberufen. "Es gibt nach wie vor ein historisches Selbstverständnisproblem, dem wir uns im Ministerium stellen müssen", sagte Fischer der "Tageszeitung". SchimonWiesenthalsA Bei Redaktionsschluß erreichte uns die traurige Nachricht vom Ableben von Schimon Wiesenthal s. A. im hohen Alter von 96 Jahren. Wiesenthal war einer der grössten Forscher von der Zeit des Holocaust und brachte viele prominente Nazis vor das Gericht. Wir werden s.G.w. sein Werk in Zukunft noch würdigen.

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