Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2005
- Issue
- No. 78 (2005)
- Date
- 2005-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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13 Endpunkt: KZ Auschwitz Frühere Angehörige der Universität Rostock von Karl Heinz Jahnke Rostock 2004, Ingo Koch Verlag (Fortseirung von Seite 12) V. Lista lokatorow obozu w Krzeszowie o niewyjasnionym losie 1. Abraham Alfons, wczesniej zam. Wroclaw, Freiburgerstr. 17 2. Abraham Charlotte, geb. Galinski 3. Abraham Georg 4. Dr. Baeck Martin 5. Brieger Else 6. Brinnitzer Rosalie, geb. Cohn 7. Czapski Olga 8. Danziger Emma 9. rodzina Gattei 10. Goldberg Augusta 11. Imbach Karl Max 12. Karliner Else 13. Klein Max 14. Kochmann David 15. Künstlinger Leo 16. Meyer Ida 17. Meyer Ilse 18. Osinsky Julia, geb. Scheiner, ur. 24.07.1902 Tysmiernice 19. Pakula Ismar 20. Pilfstein (?) Martin 21. Posner Margarete 22. Rosenbaum Emanuel 23. Schiller Sara, wczesniej zam. Wroclaw, Charlottenstr. 27 24. Sternberg Wilhelm 25. Unger Paul 26. Wegiein Klara, geb. Prager Osoby wlaczone do transportu z 26 lutego 1943 r. "na wschod" 1. Brieger Marta, geb. Caro, ur. 18.10.1879 Wreschen 2. Bujakowsky Arthur, ur. 11.08.1883 Gleiwitz 3. Bujakowsky Katharina, geb. Böhm, ur. 29.08.1889 Ratibor 4. Libas Alice Ernestine, ur. 28.03.1898 Breslau 5. Neustadt Ernst 6. Pojur Oskar Es sind schon viele Lebensgeschichten von im nationalsozialistischen Deutschland verfolgten Juden und Jüdinnen geschrieben worden und dies wird auch weiterhin geschehen. Ein neuer Beitrag stammt von dem Rostocker Historiker Karl Heinz Jahnke, der biografische Skizzen von vier früheren Angehörigen der Universität Rostock aufgeschrieben hat. Das Besondere daran ist weniger, dass die von ihm erforschten Lebenswege der beiden Ehepaare Franz und Edith Josephy sowie Hans und Edith Lindenberg von Rostock über Berlin und Theresienstadt nach Auschwitz in den Tod führten. Die wichtige Besonderheit ist, dass bei der Recherche auf die Deportations-Akten des Oberfinanzpräsidenten Berlin-Brandenburg zurückgegriffen werden konnte. Franz Josephy (*1893) Edith Zimmt (*1898) hatten sich als Studierende an der Universität Rostock kennen gelernt. Er studierte an der juristischen und sie an der medizinischen Fakultät. Wegen ihrer jüdischen Herkunft durfte der Mann nicht mehr als Richter und die Frau nicht mehr als Kinderärztin arbeiten. Sie hofften, in der Anonymität von Berlin die Judenverfolgungen nicht so stark zu spüren und zogen 1936 in die Reichshauptstadt. Es gelang ihnen, die Tochter Marianne nach Großbritannien zu bringen, aber ihre eigenen Auswanderungsbemühungen zerschlugen sich. Im Mai 1943 wurden Franz und Edith Josephy zunächst nach Theresienstadt und im Oktober 1944 von dort nach Auschwitz deportiert. Inzwischen wurden die in ihrem zuletzt bewohnten Zimmer zurückgelassenen Habseligkeiten von der Vermögensverwertungsstelle des Oberfinanzpräsidenten Berlin-Brandenburg geraubt und zu Geld gemacht. Dies belegen einige der in dem Buch abgedruckten Dokumente, wie z.B. die Aufstellung der beschlagnahmten Möbel. Einen Schreibtisch mit Stuhl "kaufte" z.B. der Oberregierungsrat Biedermann und "drei Worpsweder Stühle" gingen an den Oberregierungsrat Donandt. Abgeräumt wurden weiterhin die bei der Deutschen Bank deponierten Ersparnisse, eine bei der Gasag hinterlegte Kaution und der Restlohn von Franz Josephy, der als Zwangsarbeiter bei Osram gearbeitet hatte. Die zweite Geschichte: Der Rostocker Arzt Hand Lindenberg (1887 geb.) und seine Ehefrau Edith stammten aus dem wohlhabenden Berliner Judentum. Die Familien Josephy und Lindenberg kannten sich aus Rostock her gut. Die Wege der Familien kreuzten sich wieder in Berlin, wohin Lindenberg 1939 umgezogen waren und sie begegneten sich wieder in Theresienstadt. Auch im Fall Lindenberg scheiterten die Auswanderungsbemühungen. Aber deren Tochter Margot war es gelungen, mit ihrem Mann nach Kenia zu entkommen. Auch Hans und Edith Lindenberg wurden im Mai 1943 zunächst nach Theresienstadt und im Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert. Auch im Fall Lindenberg wurden von der Vermögensverwertungsstelle die zurückgelassenen Besitztümer "verwertet", darunter "verschiedene abgetragene Kleidungs- und Wäschestücke", und es wurde das Restguthaben auf dem Postscheckkonto geraubt. Beide Ehepaare wurden in Auschwitz ermordet. Ergänzt wird die erschütternde Doppelbiografie durch abgedruckte Briefe von Edith und Franz Josephy aus dem Besitz von deren Tochter sowie Informationen der Tochter von Hans und Edith Lindenberg. Jahnke hat zu ihr - wie zu der Josephy-Tochter - Kontakt gefunden und von ihr zwei Bücher erhalten, welche die nunmehrige Marianne Elsley zur Erinnerung an ihre Eltern geschrieben hat. Beide Geschichten sind es wert, in Erinnerung behalten zu werden. Sie belegen die verbrecherische rassistische Politik des nationalsozialistischen Regimes wie viele andere Lebensgeschichten. Kurt Schilde "Die Mahnung", 1.3.2005